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Niacinamid: Das B3-Vitamin, das unser Körper dringend braucht

Inhaltsübersicht

Niacinamid hilft bei Hautproblemen und ist in der Lage, das Hautbild sichtbar zu verbessern. Was macht das Vitamin B3 für den Körper so wertvoll und bei welchem Hautproblem kann es in der Kosmetik helfen? Wir klären in diesem Artikel auf.

Niacinamid zählt zu den wichtigsten Wirkstoffen in der Hautpflege und ist eines der B-Vitamine. Es ist in vielen Cremes, Lotionen und Seren enthalten, kann aber auch über die Nahrung aufgenommen werden. Eine Kombination beider Wege verspricht den größten Effekt. So erklärt die amerikanische Dermatologin Dendy Engelman bei „vogue.de„: „Wir können Niacinamide oral über die Nahrung zu uns nehmen, aber sie sind auch Bestandteil von Hautpflegeprodukten, da sie bekanntermaßen entzündungshemmende, Anti-Aging-, antioxidative und hautaufhellende Eigenschaften haben.“ Die Hautexpertin vergleicht die Wirkung mit dem Vitamin-A-Derivat Retinol und bezeugt: „Es hat eine ähnliche Wirkung, indem es die Hautbarriere stärkt, aber es stärkt von Anfang an ohne Empfindlichkeit oder Irritation.“ Außerdem sei Niacinamid auch gut im Kampf gegen freie Radikale (genau wie Vitamin C) und würde dafür sorgen, dass die Haut genug Feuchtigkeit behält.

Was ist Niacinamid?

Bei so vielen positiven Eigenschaften stellt sich zunächst die Frage was Niacinamid, manchmal auch kurz mit dem Oberbegriff Niacin bezeichnet, eigentlich ist. 

Bei Niacin, das in der EU als Nicotinsäure und als Nicotinsäureamid (Niacinamid beziehungsweise Nicotinamid) zugelassen ist, handelt es sich um Vitamin-B-Verbindungen. Der menschliche Körper kann Niacin in der Leber zum Teil selber bilden, es ist aber auch Teil vieler Nahrungsmittel. Entdeckt wurde Niacin bereits im Jahr 1867. Es dauerte allerdings einige Jahrzehnte, um die genaue Wirkung des B3-Vitamins im Körper zu entschlüsseln – und damit auch die Folgen, die ein Niacin-Mangel mit sich bringt. Dazu zählen unter anderem Hautprobleme, aber auch Durchfall, Entzündungen der Schleimhäute und psychische Probleme. 

Inzwischen weiß man, dass Niacin an zahlreichen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt ist. Damit sich unsere Haut, aber auch unsere Muskeln und Nerven erholen können, benötigen sie zwingend Niacin.

Woher bekommt unser Körper Niacinamid?

Niacin ist Bestandteil vieler pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel, wobei der Körper das B3-Vitamin tierischen Ursprungs leichter verarbeiten kann. Geflügel, Wild und Fisch sind somit gute Lieferanten, Vegetarier greifen vielleicht eher zu Milchprodukten und Eiern. Auch Veganer können ihren Bedarf decken, zum Beispiel über Hülsenfrüchte, Pilze, Erdnüsse und Datteln oder getrocknete Aprikosen. Wer sich generell ausgewogen ernährt, dürfte also kaum Gefahr laufen, an einem Mangel an Niacin zu leiden.

Niacin wird auch in Nahrungsergänzungsmitteln angeboten, was gerade für alle, die sich rein pflanzlich ernähren, ein wertvoller Zusatz sein kann. Vorsichtshalber sei angemerkt, dass man bei der Einnahme in konzentrierter Form aber auch darauf achten sollte, eine Überdosierung zu vermeiden. Im schlimmsten Fall kann es sonst zu einer Schädigung der Leber, Übelkeit und Problemen mit dem Blutdruck kommen. Wie immer gilt: Ernährungsberater und Ärzte sind gerne bereit, nach eingehender Untersuchung individuelle Empfehlungen und damit Sicherheit zu geben. 

Geht es um unsere Haut, sind Cremes, Lotionen und Seren als Lieferanten die erste Wahl. „Studien haben gezeigt, dass Niacinamid gut in die Haut eindringt und leicht absorbiert wird“, erklärt die Dermatologin Blair Murphy-Rose bei „vogue.de„. Die Anwendung sei ein- bis zweimal am Tag sinnvoll, wobei Seren die höchste Wirksamkeit hätten. Übertreiben sollte man es allerdings auch bei der äußeren Anwendung nicht, erklärt die Hautärztin aus New York. Ihre Warnung: „Achten Sie darauf, dass Sie niedrige Konzentrationen von Niacinamid verwenden, da hohe Konzentrationen zu Hautirritationen führen können.“

Wie sollte Niacinamid angewendet werden?

Wie auch Blair Murphy-Rose empfehlen die Experten von „faces-of-fey.de“ die tägliche Anwendung, gerne am Morgen und am Abend. Dabei wird einerseits auf die gute Verträglichkeit verwiesen, andererseits aber auch geraten, auf die richtige Konzentration zu achten. Üblich sei in Pflegeprodukten, z.B. in einem Niacinamid-Serum, ein Anteil von zwei bis fünf Prozent, bei Boostern werde auch mit zehn Prozent gearbeitet, was die Wirkung entsprechend verstärke. Von noch höheren Konzentrationen rät man hier allerdings ab, um die Gefahr von Hautirritationen zu vermeiden.

Ohnehin gilt wie bei allen Pflegeprodukten, die man zum ersten Mal verwendet: Erst einmal an einer weniger auffälligen Stelle testen und das Mittel einwirken lassen. Stellt sich ein wohliges Hautgefühl ein, ohne dass es zu Rötungen oder anderen Hautirritationen kommt, kann die Anwendung großflächiger und regelmäßig erfolgen.

Welche Wirkung hat Niacinamid auf die Haut?

Einige Punkte wurden bereits genannt, aber es lohnt, diese Liste zu ergänzen und alle Vorteile von Niacinamid für die Haut noch einmal zusammenzufassen. Das Spektrum der Möglichkeiten ist groß und so wird schnell deutlich, dass der Wirkstoff nicht nur bei bestimmten Problemen hilft, sondern das allgemeine Hautbild nachhaltig verbessern kann. Das schließt einen Anti-Aging-Effekt ebenso ein wie den makellosen Teint mit kleinen Poren und ohne störende Unebenheiten und Rötungen.

Niacinamid spendet der Haut Feuchtigkeit, laut Murphy-Rose gleich im doppelten Sinne. Die Dermatologin erklärt: „Es verhindert den transepidermalen Wasserverlust und verstärkt sogar die Fähigkeit anderer feuchtigkeitsspendender Inhaltsstoffe, dies ebenfalls zu tun.“ Auf die Frage, welche Stoffe das sind – welche Wirkstoffkombinationen also empfehlenswert sind – wird später noch genauer eingegangen. 

Das Vitamin ist zugleich in der Lage, den Talgfluss so zu regulieren, dass keine Verstopfungen entstehen und Entzündungen an den Ausgängen der Talgdrüsen verhindert werden. Mitesser und Pickel haben so weit geringere Chancen. Die Hautschutzbarriere wird gestärkt, womit potenziell schädliche Umwelteinflüsse inklusive der aggressiven UV-Strahlung besser abgewehrt werden können. Das gilt auch für freie Radikale, die im schlimmsten Fall gravierende Schäden bis hin zum Hautkrebs anrichten. 

Sichtbar wird die Wirkung von Niacinamid aber vor allem durch einen schöneren Teint. Die Poren werden im Rahmen der genetischen Veranlagung feiner, Pigmentflecken verblassen und Fältchen verschwinden oder graben sich zumindest weniger tief in die Haut ein. Vor allem Menschen mit eher öliger Haut können von all dem stark profitieren. Auch Menschen, die unter Rosacea leiden, können gezielt auf Niacinamid setzen, wobei laut „faces-of-fey.de“ schon die geringe Wirkstoffkonzentration von zwei Prozent zu Erfolgen führt. Bei einem Einsatz gegen Akne wird dagegen zu einer höheren Konzentration geraten. 

Mit welchen Wirkstoffen kann man Niacinamid kombinieren?

Die Kombination verschiedener Wirkstoffe auch in einem Pflegeprodukt ist in der Kosmetikbranche üblich und gut erforscht. Zum Teil wird es erst durch andere Stoffe möglich, dass die gewünschte Wirkung entsteht, zum Beispiel weil ein Stoff allein sonst nicht in die Haut einzudringen vermag. Der Prozess ist vergleichbar mit der Zugabe von gutem Öl zum Salat, ohne das der Körper bestimmte Vitamine aus den eigentlich so gesunden Blättern nicht verarbeiten könnte. Es soll allerdings auch nicht verschwiegen werden, dass Wirkstoffkombinationen immer auch ein kleines Risiko darstellen: Die Gefahr von Hautirritationen wächst und wenn sie auftreten, lässt sich schwerer ermitteln, ob dafür einer der enthaltenen Wirkstoffe die Ursache oder die Kombination aller ist. Da unsere Haut sehr individuell reagiert, lassen sich in diesem Punkt auch keine allgemeinen Regeln aufstellen. Es geht immer um Wahrscheinlichkeiten – und die Wahrscheinlichkeit von Hautirritationen bei Niacinamid ist „allgemein“ gering. Das gilt übrigens auch, wenn in der täglichen Pflegeroutine mehrere Mittel in unmittelbarer Folge aufgetragen werden, was ja eher der übliche Weg als die Ausnahme ist. 

Bei der optimalen Wirkstoffkombination kommt es darauf an, welche Ziele der Anwender vorrangig verfolgt. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass sich Niacinamid gut kombinieren lässt, zum Beispiel mit Retinol oder Vitamin C. Geht es beim Einsatz zum Beispiel vorrangig um die Beseitigung von dunklen Hautflecken oder um eine Hyperpigmentierung, empfiehlt Murphy-Rose bei „vogue.de“ zum Beispiel Produkte in denen zusätzlich die aus Pilzen gewonnene Kojisäure enthalten ist, da diese zusätzlich einen aufhellenden Effekt mitbringt. Auch Extrakte der Süßholzwurzel sollen sich gut eignen. Und noch ein dringender Hinweis der Hautärztin: Den Sonnenschutz nicht vergessen, wobei sich mineralische Sonnencremes mit Zinkoxid oder Titandioxid besonders bewährt haben sollen. 

Niacinamid in der Hautpflege: Etwas Geduld bitte!

Niacinamid ist in der Lage, die Bildung von Peptiden und Ceramiden in der Haut zu unterstützen – ein großer Teil der positiven Wirkung geht auf diese Tatsache zurück. Aber dieser Prozess braucht Zeit. Der Einsatz einer Lotion oder eines Serums mit Niacinamid sollte also durchaus schon nach den ersten Anwendungen für ein gutes Hautgefühl sorgen, blitzartige Wunder beim Kampf gegen dunkle Flecken, Hautirritationen oder Falten sollte man jedoch nicht erwarten. Diese Zeichen bilden sich auf der Haut nur langsam heraus und es braucht auch etwas Zeit, sie abzumildern oder nicht mehr sichtbar zu machen. Wer morgens und abends ein Pflegeprodukt mit Niacinamid verwendet, sollte sich also gut vier Wochen Zeit nehmen, um den Erfolg zu beurteilen. 

Wichtig für die erste Anwendung ist auch, vom sogenannten „Niacinamid-Flush“ Kenntnis zu haben. Dabei vollzieht sich die Umwandlung von Niacinamid in Nicotinsäure, was zu einer Rötung der Haut, zu einem Juckreiz und Hitzewallungen führen kann. Grundlage dieses Prozesses ist ein zu saurer pH-Wert auf der Haut. Die Herstellung von Pflegeprodukten sind sich dieser Gefahr jedoch bewusst und können das mit der entsprechenden Pflegeformel verhindern. Tritt der unerwünschte Effekt doch einmal ein, sollten die Symptome jedoch schnell wieder abklingen. Sorgen über eine dauerhafte Beeinträchtigung muss man sich dann nicht machen. Wer zu qualitativ hochwertigen Pflegeprodukten namhafter Hersteller greift, wird im Regelfall keinen solchen „Niacinamid-Flush“ erleben.

Laut „faces-of-fey.de“ ist die Hautpflege mit Niacinamid auch in der Schwangerschaft unbedenklich. Es ist aber immer ratsam, die Verträglichkeit von Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und Pflegeprodukten in dieser sensiblen Zeit im Rahmen der anstehenden Untersuchungen abzuklären.

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