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Sheabutter: Vom Karitébaum in Cremes und Lotionen

Inhaltsübersicht

Sheabutter ist ein Naturprodukt, um das sich viele Mythen ranken. Trocknet Sheabutter zum Beispiel wirklich die Haut aus? Wir liefern Antworten rund um den kosmetischen Allrounder.

Der Ursprung der Sheabutter, die auch mit dem Begriff Butyrospermum Parkii Butter bezeichnet wird, liegt in den tropischen Regionen Zentralafrikas. Hier gedeiht der Karitébaum, der gelegentlich auch sehr passend als Afrikanischer Butterbaum bezeichnet wird. Die Bäume können bis zu 25 Meter hoch und gut und gern 300 Jahre alt werden. Ihre Früchte sind die Quelle der Sheabutter. Um das Pflanzenfett zu gewinnen, das genau genommen eher ein Wachs ist, sind allerdings einige weitere Arbeitsschritte notwendig.

Es gilt zunächst, die Samen vom Fruchtfleisch zu trennen, das für die Herstellung von Sheabutter nicht benötigt wird. Diese Samen werden nun zerkleinert und dabei von ihren Schalen befreit. Anschließend können die reinen Samen zu einer feinen Masse verrieben werden. Die weißliche bis gelbliche Creme, die so entsteht, wird als Sheabutter bezeichnet. Röstet man die Kerne zunächst an, ist das Fett eher grau und verändert seinen Geruch, da die Raucharomen dominieren.  

Wozu wird Sheabutter verwendet?

Die Butter wird in zahlreichen kosmetischen Produkten verarbeitet, die direkt auf die Haut aufgetragen werden. Sie ist Bestandteil von Cremes, Bodylotions und Seifen sowie von verschiedenen Produkten zur Haarpflege. Vorrangiges Ziel bei der Verwendung von Sheabutter ist es, die Haut vor dem Austrocknen zu bewahren und Hautirritationen gerade bei trockener Haut zu beseitigen. 

Gezielt eingesetzt, wirkt Sheabutter beispielsweise gegen Dehnungsstreifen. Sie kann proaktiv eingesetzt werden, um Gewebe zum Beispiel nach einer Operation elastischer zu machen und so eine Heilung mit möglichst geringen Spuren zu ermöglichen. Auch dem Haar verleiht Sheabutter neuen Glanz. Erneut geht es vorrangig um die Behandlung von trockenem und sprödem Haar, das bei einem Einsatz der Sheabutter stabiler mit Feuchtigkeit versorgt wird. 

Spendet Sheabutter Feuchtigkeit oder trocknet sie die Haut sogar aus?

Sheabutter spendet selbst keine Feuchtigkeit. Sie sorgt aber dennoch dafür, dass die Haut besser mit Flüssigkeit versorgt wird, indem sie diese im Körper hält. Die optimale Wirkung erzielt man daher mit einer Kombination aus viel Feuchtigkeit und dem Einsatz der Sheabutter. Fasst man es ganz einfach zusammen, so ist Sheabutter nicht feuchtigkeitsspendend, sondern feuchtigkeitsbewahrend. 

Die Tatsache, dass Sheabutter selbst nicht der Lieferant der Feuchtigkeit ist, hat wahrscheinlich zu dem hartnäckigen Mythos geführt, dass sie die Haut austrocknet. Das Gegenteil ist der Fall! Da sie hilft, die vorhandene Feuchtigkeit länger in der Haut zu halten, trägt sie maßgeblich dazu bei, dass diese gut versorgt wird, prall und jugendlich erscheint. Vergleichen lässt sich das vielleicht am besten mit Hyaluron, einem immer wichtigeren Wirkstoff in vielen kosmetischen Produkten. Die Hyaluronsäure ist in der Lage, enorme Mengen an Flüssigkeit zu binden. Experten gehen von bis zu sechs Liter Wasser pro Gramm Hyaluron aus. Der ursprünglich körpereigene Stoff – seine Verfügbarkeit nimmt mit zunehmendem Alter leider immer weiter ab – kann diese Flüssigkeit aber keineswegs selbst zur Verfügung zu stellen. Es muss über Feuchtigkeitscremes und eine wasserreiche Ernährung zugeführt werden. Und genau darin liegen die Parallelen zur Sheabutter. 

Wie schafft es die Butyrospermum Parkii Butter, die Feuchtigkeit zu halten?

Grundlage für ihre feuchtigkeitserhaltenden Eigenschaften und damit auch für ihre Verwendung in den verschiedenen kosmetischen Produkten ist die besondere Zusammensetzung der Sheabutter. Sie besteht zu einem ungewöhnlich hohen Anteil – er pendelt um die zehn Prozent – aus unverseifbaren Inhaltsstoffen. Das bedeutet, dass diese Stoffe, es geht zum Beispiel um Triterpene, Ölsäure und Vitamin E, nicht durch Wasser gelöst werden können. Zum Vergleich: Bei Olivenöl liegt der Anteil der unverseifbaren Inhaltsstoffe nur bei gut einem Prozent. 

Ohnehin lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die Inhaltsstoffe der Sheabutter zu werfen. Neben der bereits genannten Ölsäure und dem Vitamin E befinden sich darin Sterarazinsäure, Linolsäure und Palimitinsäure sowie Phytosterole, Beta-Carotin und Allantoin. Jeder einzelne dieser Wirkstoff trägt seinen Teil dazu bei, die Haut in ihrem täglichen Kampf gegen schädliche Umwelteinflüsse zu unterstützen und zugleich die sichtbaren Zeichen der Hautalterung zurückzudrängen. Sie alle zusammen leisten also einen wichtigen Beitrag zur Hautpflege innerhalb der täglichen Beauty-Routine und zahlen zugleich auf das Anti-Aging-Konto ein. Anders ausgedrückt: Unser Teint erscheint nicht nur im Moment strahlender, sondern er bleibt dank Sheabutter auch länger erhalten. 

Die Wirkungsweise jedes einzelnen Stoffs ist dabei gut erforscht, eine Erklärung der Wirkungsweise würde jedoch tief in chemische und biologische Prozesse eingreifen. Eine Formelwelt! Dennoch sollen hier, ohne genauer auf das Wie einzugehen, einige Beispiele zur Wirkung der einzelnen Inhaltsstoffe genannt werden: Allantoin entsteht zum Beispiel beim Eiweißstoffwechsel und kommt sowohl in Pflanzen und Tieren als auch im menschlichen Organismus vor. Der Stoff wirkt beruhigend auf die Haut und pflegt sie zugleich, da die Regeneration der Zellen angeregt wird. Die Haut erscheint zarter und wirkt spürbar glatter. Aufgrund dieser Eigenschaften kommt Allantoin beispielsweise häufig bei Handcremes zum Einsatz, pur oder als ein Baustein der Sheabutter. 

Weitere Beispiele: Phytosterole sind Teil der Lipidschicht und ermöglichen es der Haut, wichtige Nährstoffe besser aufzunehmen. Die Sterarazinsäure sorgt für einen Schutzfilm auf der Haut, Linolsäure wirkt entzündungshemmend und stärkt zugleich den Schutzschild der Haut. Das Vitamin E, eines der wichtigsten Vitamine in der Hautpflege überhaupt, entgiftet und kann mit zusätzlicher Feuchtigkeit der Bildung oder Vertiefung von Falten etwas entgegensetzen. Es wirkt antioxidativ und zellschützend. 

Raffiniert oder unraffiniert, der Unterschied ist groß

Wie die meisten Öle auch, ist Sheabutter in raffinierter und unraffinierter Form erhältlich. Der Unterschied zwischen den beiden Varianten liegt zunächst im Prozess der Herstellung, der dann jedoch gravierende Auswirkungen auf das Produkt hat.

Unraffinierte Sheabutter kann man als „Reinform“ betrachten, denn es ist genau das, was aus der Pflanze gewonnen wird: ein gelbliches Wachs, das leicht nach Nüssen riecht und dem keinerlei sonstige Stoffe zugesetzt wurden. Wichtig auch: Um den Kernen den wertvollen Inhalt zu entlocken, wurde bei der unraffinierten Sheabutter mit rein mechanischen Mitteln gearbeitet.   

Beim Verfahren des Raffinierens läuft das anders ab. Hier wird mit Hitze gearbeitet und es kommen häufig Chemikalien zum Einsatz, um die gewünschten Stoffe zu lösen. Ein Vorteil: Das Endprodukt wird meist haltbarer und kann noch dazu kostengünstiger produziert werden. Ein Nachteil: Wertvolle Inhaltsstoffe gehen unwiederbringlich verloren. 

Wie kann man raffinierte und unraffinierte Sheabutter unterscheiden?

Farbe, Duft und Preis sind die drei wichtigsten Kriterien, an denen sich das ursprüngliche Naturprodukt von der verarbeiteten Form unterscheiden lässt. Der eher gelbliche Farbton der Sheabutter wechselt beim Raffinieren zu Weiß. Das liegt darin, dass das enthaltene Beta-Carotin, das für die leichte Färbung sorgt, den Prozess nicht übersteht. Auch der Duft ändert sich stark und viele Menschen empfinden den Geruch des raffinierten Produkts als weniger angenehm. Diese Tatsache führt dazu, dass raffinierter Sheabutter häufig Duftstoffe zugefügt werden, gelegentlich auch Aromen und andere Öle. Bei raffinierter Sheabutter handelt es sich also nicht mehr um ein reines Naturprodukt und gerade Menschen, die zu Allergien leiden, sollten die Liste der Inhaltsstoffe genau prüfen.    

Produkte mit Sheabutter und ihre Anwendungsgebiete    

Sheabutter hilft gegen trockene Haut, Akne und Neurodermitis, gegen Juckreiz, Schuppenflechte, Schwangerschaftsstreifen und auch gegen Falten und Arthritis. Das ist ein weites Spektrum und entsprechend breit ist die Palette der Produkte, in denen Sheabutter verarbeitet wird: Bodybutter, Gesichtscreme, Bodylotion, Balsam, Seife, Tattoopflege, Haarkuren und viele weitere. Oft wird sie aber auch in ihrer reinen Form verwendet und mit sanft kreisenden Bewegungen auf die Haut aufgetragen. 

Eigene Kreationen mit Sheabutter

Wer hochwertige, unraffinierte Sheabutter erwirbt, kann sich mit dieser Basis auch an eigenen Kreationen versuchen. Das bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Trotz der Mixtur sind einem so alle Inhaltsstoffe bekannt. Außerdem handelt es sich um ein Unikat, zu dem man schon aufgrund der Do-it-yourself-Geschichte eine positive Beziehung besitzt. 

Für eine eigene Gesichtscreme wäre es zum Beispiel möglich, der Sheabutter im Verhältnis 7:1 einige Gramm Mandel- und Olivenöl beizumengen. Das Ganze kann dann mit einer Gabel oder einem Mixer gut durchmischt werden. Auch der Pürierstab leistet gute Dienste. Gelingt das Mischen nicht, sollte man die Masse an einem warmen Ort stellen, damit die Konsistenz etwas flüssiger wird.  

Vollenden lässt sich die Creme mit der Beigabe von wenigen Tropfen eines ätherischen Öls, dessen Duft man besonders mag. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn der Duft sollte nicht zu stark hervortreten. Abschließend kann man die Creme in eine schöne Dose füllen – hier lassen sich bestimmt bereits gelehrte Drogerieartikel nachnutzen – und im Kühlschrank wieder in eine feste Form bringen. Generell muss die DIY-Creme aber nicht unbedingt im Kühlschrank aufbewahrt werden, denn sie sollte sich auch so einige Wochen problemlos halten. Wichtig dafür ist vor allem, bei der Herstellung auf die richtige Hygiene zu achten.  

Nach demselben Muster lassen sich auch viele andere Ideen umsetzen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Gesichtsmaske mit Honig und Zitrone? Oder einer duftenden Handcreme mit Kokosöl? Wer einmal Spaß daran gefunden hat, muss sich nicht nur über das eigene Hautbild, sondern auch über die Geschenke für die Freundinnen keine Sorgen mehr machen. 

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