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Überempfindliche Gesichtshaut: Was tun, wenn das Gesicht brennt?

Inhaltsübersicht

Menschen, die unter einer überempfindlichen Gesichtshaut leiden, müssen mit einer besonderen Pflege gegensteuern. Dafür ist es zunächst wichtig zu wissen, warum das Gesicht brennt.

Wer im Gesicht an einer Überempfindlichkeit leidet, stellt dies schnell fest. Nach Phasen relativer Ruhe fängt die Gesichtshaut immer wieder an, unangenehm zu jucken und zu kribbeln. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl als ein Brennen der Haut. Nicht immer treten auch sichtbare Symptome auf, möglich ist es aber durchaus. Trockene, schuppige Hautareale gehören dann ebenso dazu wie Pickel und Rötungen. Was aber löst die Überempfindlichkeit aus?

Jeder zweite Europäer hat sehr empfindliche Haut

Die Experten von „eucerin.de“ bestätigen, medizinisch geprüft von der Dermatologie-Expertin Dr. Simone Presto, dass eine überempfindliche Gesichtshaut für immer mehr Menschen zum Problem wird. Gerade in den Industrieländern würde es immer mehr Menschen geben, die mit dem subjektiven Empfinden einer Überempfindlichkeit leben. Rund jeder zweite Europäer könnte inzwischen betroffen sein. Es sei allerdings schwer, die Zahl genau zu benennen.

In jedem Einzelfall und unabhängig von den sichtbaren Symptomen ist klar, dass die Betroffenen unter dem brennenden Hautgefühl leiden. Und so stellt sich die Frage, welche wirksamen Mittel es dagegen gibt. 

Was löst die erhöhte Empfindlichkeit aus?

Von einer Überempfindlichkeit ist immer dann die Rede, wenn die Nervenfasern in der Oberhaut, der Epidermis, besonders sensibel auf äußere Einflüsse reagieren. Das Spektrum der auslösenden Faktoren variiert von Person zu Person, mal sind es zum Beispiel Umweltgifte, mal Stresssituationen. In vielen Fällen sind auch mehrere Auslöser möglich. Da bei den Betroffenen auch die Hautbarriere in Mitleidenschaft gezogen wird, entwickelt sich schnell ein Teufelskreis, bei dem dann auch sichtbare Symptome wie Hautrötungen ausgebildet werden können. Auch das Brennen das viele wie Feuer unter der Haut bezeichnen ist ein Anzeichen. So kann eine gestörte Barriere mit einem Feuchtigkeitsverlust einhergehen, der sich dann wiederum in Rötungen und trockenen, rissigen Hautstellen oder einer Hautentzündung zeigt. 

Schwierig für eine exakte Diagnose sind laut dem Artikel von „eucerin.de“ aber genau jene Fälle, bei denen zunächst keine Hautirritationen sichtbar werden – die Betroffenen aber dennoch über ein Hautbrennen und einen Juckreiz berichten. Natürlich muss man diese Beschwerden ernst nehmen, messen kann man sie aber nicht. Das subjektive Gefühl lässt sich schwerlich in einer objektiven Skala erfassen. 

Da hilft es zunächst, die Betroffenen über die möglichen Auslöser für die Hautveränderungen aufzuklären. Gibt es gerade besonderen Stress? Wird die Psyche durch Probleme im Job oder in der Beziehung belastet? Könnten eventuell mechanische Faktoren wie eine reibende Maske eine Rolle spielen? Oder haben sich die Umweltbedingungen durch einen Umzug geändert? Die Liste ließe sich noch fortsetzen, zum Beispiel mit Fragen zum Hormonspiegel oder zu neu eingenommenen Medikamenten, zur Ernährung oder genetischen Veranlagungen. Bekannt ist auch, dass bestimmte Duftstoffe, Pflegeprodukte und Reinigungsmittel Auslöser für eine überempfindliche Gesichtshaut sein können – wobei sich dann auch schnell das Ursache-Wirkungs-Problem stellt: Brennt die Haut, weil ein aggressives Pflegeprodukt sie reizt oder hat ebendieses Pflegeprodukt sie erst reizbar gemacht?    

Der Gang zum Hautarzt schafft eine gute Basis

Dermatologen können hier Rat geben, was ein intensives Gespräch voraussetzt. Die Experten erkennen aber auch schon an den betroffenen Regionen und Stellen, um welches Problem es sich handeln könnte. Der Arzt erkennt ob es um eine Hautkrankheit handelt. Eine Abklärung der Probleme ist in jedem Fall von Vorteil, um bestimmte Erkrankungen wie Rosazea auszuschließen, die möglichst frühzeitig einen ganz anderen Behandlungsansatz verlangen würde. Werden im Blindflug Pflegeprodukte eingesetzt, kann das letztlich ja nicht nur wirkungslos, sondern im schlimmsten Fall sogar schädlich sein.

Konnte der Mediziner eine Erkrankung, die eine Behandlung verlangt, als Grund ausschließen, ist es sicherlich von Vorteil, die möglichen Gründe genau zu benennen – und so nach und nach die Auslöser für sich selbst als wahrscheinlich oder unwahrscheinlich zu bewerten. Folgende Themen stehen dabei vor allem im Raum:

Umweltbelastungen so gut wie möglich vermeiden

Im Bereich Umwelt wäre da zunächst die Frage nach dem Wohnort und der örtlichen Luftbelastung. Gerade an vielbefahrenen Straßen in den Großstädten kann es hier zu starken Belastungen kommen. Für eine temporäre Entlastung können hier Ausflüge in die Natur, vielleicht in einen nahegelegenen Wald sorgen.

Eine Rolle spielen aber auch starke Temperaturschwankungen – im Winter ist es vor allem der Wechsel aus extremer Kälte in stickige, schlecht durchlüftete Räume mit trockener Heizungsluft. In den eigenen vier Wänden lässt sich hier mit Luftbefeuchtern und Zimmerpflanzen gegensteuern.

Auch Wind und Sonne können unsere Haut angreifen. Ein guter Sonnenschutz, genauer gesagt ein starker Schutz vor der UV-Strahlung, ist auch im Winter wichtig. Der zu wählende Lichtschutzfaktor hängt neben der Strahlungsintensität auch vom Hauttyp ab, liegt aber auch in der kühleren Witterungsperiode bei 20+.

Wenig Stress, viel Schlaf: In der Ruhe liegt die Kraft

Der Einfluss starker Emotionen, von Stress und Schlafmangel auf unsere Haut wird häufig unterschätzt – dabei ist die Haut bekanntlich der Spiegel unserer Seele. Gereizte und brennende Haut kann ein Zeichen für zu viel Stress im Alltag sein. Fühlen wir uns innerlich unwohl, sehen vielleicht keinen Ausweg aus einer verfahrenen Situation, schlägt sich das schnell in Pickeln und Rötungen nieder- die sind oft ein Anzeichen für Stress. Auslöser sind dann die Stresshormone Adrenalin und Cortisol, die die Talgproduktion übermäßig ankurbeln und zugleich die Hautbarriere schwächen. Können wir aufgrund des Gedankenkarussells noch dazu nicht richtig schlafen, fehlt unserer Haut die wichtige Zeit der Regeneration. Sie reagiert nun überempfindlich, auch im Gesicht. Denn Stress ist nicht nur für Haut schlecht aber auch für unsere ganze psychische und physische Gesundheit.

Um Ratschläge für den Stressabbau zu geben, bedarf es meist einer weit individuelleren Beratung, also es hier möglich wäre. Aber genau daraus ergibt sich der beste Tipp: Schlagen Entspannungsübungen und gelegentliche Spaziergänge nicht mehr an, kann ein geschulter Psychologe vielleicht eine große Hilfe sein. Oft erleichtert es uns auch schon, wenn wir mit einem unbeteiligten Dritten reden können, dem wir vertrauen.  

Die Pflege des Gesichts muss individuell gut abgestimmt sein

Und es gibt noch eine dritte, bedeutende Schiene, die Einfluss auf unsere Haut besitzt. Dazu gehören all die unterschiedlichen Substanzen, mit der sie tagtäglich in Berührung kommt: Pflegemittel, Seifen, Waschlotionen, aber auch das Wasser selbst, das möglicherweise gechlort oder sehr kalkhaltig ist. Mit der Hautpflege können wir selbst viel tun, um Hautproblemen wie Überreaktionen oder Allergien zu vermeiden. Generell gilt, dass mit pH-neutralen Reinigungssubstanzen gearbeitet werden sollte. Lauwarmes Wasser ist zudem hautverträglicher als heißes. Der wichtigste Punkt aber liegt in der Frage: Welchen Hauttyp haben wir? Erst wenn das klar ist, können alle Pflege- und Beautyprodukte auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt werden. Blüht die T-Zone und glänzt, ist es zum Beispiel kontraproduktiv, eine reichhaltige Pflege zu benutzen. Nicht komedogene Cremes, Öle und Seren wären hier die richtige Wahl. Extrem trockene Haut braucht vielleicht ein Plus an Hyaluron oder Retinol – immer kommt es auf den eigenen Hauttyp und die aktuelle hormonelle Verfassung an. So kann sich im Laufe des weiblichen Zyklus auch der Pflegebedarf ändern. Kurz gesagt: Ein bisschen Knowhow ist gefragt. Fehlt es, kann sich auch dies in der überempfindlichen Gesichtshaut niederschlagen.      

Wege, um die Ursachen für überempfindliche Gesichtshaut zu finden

Neben dem (fast) immer gültigen Leitspruch „weniger ist mehr“ ist es die Vielfalt der unterschiedlichen Pflegeprodukte, die es immer schwerer macht, den Übeltäter für das Brennen im Gesicht oder für andere Überempfindlichkeiten zu ermitteln. Das gilt sowohl für die reine Anzahl der verwendeten Substanzen, als auch für deren Mischung. In beiden Bereichen lohnt es sich zu reduzieren, wenn der Verdacht einer Überreaktion gesteht. Wer zumindest eine Zeitlang auf wenige, möglichst reine Naturprodukte in Bio-Qualität zurückgreift, wird schnell feststellen, ob eine Besserung eintritt.  

Viele Betroffene einer überempfindlichen Haut können auch davon profitieren, wenn sie sich zu den genannten Risikofaktoren Notizen machen, also zum Beispiel notieren, wann sie sich ein Vollbad oder eine Gesichtsmaske gönnen. Manchmal entstehen so Muster, auf die man selbst nicht gekommen wäre. Sind das Brennen und die Hautreizungen vielleicht besonders stark, wenn der Pollenflug eingesetzt hat und wir in dieser Zeit ein Peeling machen? Solche Muster, die ansonsten unentdeckt geblieben wären, lassen sich mit etwas Geduld und Glück aus den Notizen herauslesen 

Welche Pflege ist für die überempfindliche Haut geeignet?

Viele Hersteller von kosmetischen Produkten arbeiten seit Jahrzehnten an der Entwicklung von Pflegeprodukten speziell für überempfindliche Haut. So heißt es bei Beiersdorf zum Beispiel: „Die Serie Eucerin UltraSENSITIVE lindert insbesondere die Symptome extrem empfindlicher Gesichtshaut wie Stechen oder Brennen.“ Verwiesen wird hier auf den Wirkstoff SymSitive, der den Selbstschutz der Haut stärken soll. 

Es lassen sich aber – trotz aller Individualität – auch weit allgemeinere Aussagen treffen. So gelten Ringelblumen und Kamille als hautberuhigend, auch Rosenwasser beruhigt und revitalisiert zugleich. Da bei Menschen mit sehr empfindlicher oder überempfindlicher Haut in vielen Fällen auch die Hautbarriere in Mitleidenschaft gezogen ist, wirkt ein Feuchtigkeits-Booster meist positiv. Infrage kommen zum Beispiel Produkte mit Aloe Vera oder Hyaluron. Immer wieder genannt werden auch Öle mit einem hohen Anteil an Vitamin E wie Arganöl oder das noch immer als exotisch geltende Cacayöl, das neben dem E-Vitamin auch viel Vitamin A enthält, wodurch die Haut die Feuchtigkeit besser speichern kann.

Das A und O für eine schöne Haut: Wasser

Der einfachste und vielleicht dennoch wichtigste Tipp zum Schluss: Damit unsere Haut prall und gesund ist, braucht sie viel Wasser. Ein kleiner Teil davon kann von außen zugeführt werden, doch das Gros stellt unser Körper bereit. Das aber kann er nur, wenn wir ausreichend Wasser trinken und dehydrierende alkoholische Getränke vermeiden. Die meisten Ernährungsberater sehen den täglichen Bedarf bei 1,5 Litern pro Tag, bei intensiver sportlicher Betätigung oder an sehr heißen Tagen kann es auch noch mehr sein. Am besten schon am Morgen eine große Karaffe bereitstellen, die am Abend geleert sein sollte! 

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