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So wirst Du Haare auf Dauer los

Inhaltsübersicht

Eine dauerhafte Laser-Haarentfernung soll helfen, lästige Haare loszuwerden. Doch für wen eignet sich Laser-Haarentfernung? Und hält das Skin-Treatment, was wir uns davon versprechen?  

Auf dem Kopf dürfen sie gerne sein, an anderen Stellen eher nicht: Haare. Etwa fünf Millionen davon verteilen sich über den menschlichen Körper. Die meisten Haare haben Menschen dabei am Scheitel, im Durchschnitt sind es 310 Haare pro Quadratzentimeter. Die wenigsten sind es an Oberschenkel, Brust und Unterschenkel mit 15 und je neun Haaren pro Quadratzentimeter. Klar, das sind natürlich Durchschnittswerte, manche haben mehr, manche weniger. Aber dennoch: So sehr wir eine volle Haarpracht auf dem Kopf bewundern, so sehr nervt uns der Haarwuchs an den Beinen, unter den Armen oder an der Bikinizone. Also sagen wir ihnen den Kampf an. 

Wir rasieren, zupfen oder wachsen, um die lästige Körperhärchen loszuwerden. Vor allem, wenn es Frühling wird und wir wieder die kurzen Röcke und ärmellosen T-Shirts aus dem Schrank holen, soll die Haut glatt und schön sein, allen Unkenrufen zum Trotz ist das nun mal immer noch ein Schönheitsideal. Nur leider macht glatte Haut normalerweise ganz schön viel Arbeit. Denn die Haarentfernung kostet Zeit, schmerzt und hält einfach nie lange genug. Es sei denn, wir lassen lasern. 

So funktioniert dauerhafte Laser-Haarentfernung 

Die Technik verspricht, die ungeliebten Härchen zu entfernen, und zwar auf Dauer. Unterschieden wird zwischen Laser-Technik und IPL, dem Grunde nach aber arbeiten beide Methoden nach demselben Prinzip, nämlich mit Licht. Lichtenergie wird in Wärme umgewandelt und zerstört die Haare an der Wurzel. Die Lasertechnologie arbeitet mit Licht in einer bestimmten Wellenlänge, die Blitzlampe IPL, kurz für „Intense Pulses Light“ mit kurzen, intensiven Lichtimpulsen.

Mit IPL könnten größere Flächen behandelt werden; die Technologie eignet sich für fast alle Haartypen, erklärt der Münchner Haarentfernungsexperte Clean Skin auf seiner Website „cleanskin.de“.  Der Laser dagegen entferne die Haare effektiver, weil er mehr Energie konzentrierter an die Haarwurzel abgibt. Eine Behandlung mit dem Laser ist den Experten zufolge oft auch weniger schmerzhaft, weil keine Wärme an die umliegende Haut abgegeben wird. 

Schneewittchen würde sich lasern lassen

Leider funktioniert die dauerhafte Haarentfernung nicht bei jedem und jeder gleich gut: Eine Laser-Behandlung eignet sich vor allem für Menschen mit heller Haut und dunklen Haaren – dem klassischen Schneewittchen-Typ. IPL-Geräte mit Radiofrequenz seien in der Lage, auch etwas hellere Haare zu entfernen, heißt es bei Cleanskin. Bei sehr blondem oder grauem Haar allerdings funktioniere die IPL-Technik nicht und bei sehr dunkler Haut dürfe Lasertechnologie gar nicht eingesetzt werden, denn hier bestehe Verbrennungsgefahr. 

Bis das Ergebnis einer dauerhaften Haarentfernung auch wirklich dauerhaft ist, braucht es Zeit. Mit einer Sitzung ist es eher nicht getan. Denn beim ersten Mal werden nicht gleich alle Haare auf einmal erwischt, sondern nur die, die sich gerade in der Wachstumsphase befinden. Das sind je nach Körperstelle ungefähr 20 Prozent. Für eine dauerhafte Haarentfernung musst Du also mehrere Sitzungen einplanen. 

Ein Skin-Treatment für den Herbst 

Wie oft Du zur Behandlung kommen musst, hängt von Deiner Haut und der Beschaffenheit Deiner Haare ab, erklärt man bei Cleanskin. Eine Rolle spielen etwa der Hormonhaushalt, die Lage der Haarwurzeln und der Melaningehalt der Haare, also ihre Farbe. Melanin ist ein Pigment, das Haut und Haare dunkel färbt. Die Haarentfernung funktioniert, weil Melanin das Licht absorbiert. Je mehr Melanin, desto dunkler das Haar und desto besser klappt es mit der Entfernung. „Das Pigment im Haar ist das Ziel“, formuliert etwa Kavita Mariwalla, Dermatologin aus dem US-Bundesstaat New York auf „allure.com“. 

Am besten legst Du Deine Sitzungen in die kühlere Jahreszeit, rät man auf „berlin-laserhaarentfernung.de“. Denn während der Behandlung und vier bis sechs Wochen hinterher muss die Haut vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Und: Je heller die Haut, desto besser das Ergebnis. Also solltest Du vorher etwa auch auf das Solarium verzichten. 

Dauerhafte Laser-Haarentfernung hält nicht ewig

Über eine Sache musst Du Dir vorher allerdings auch im Klaren sein: Der Begriff „dauerhafte Haarentfernung“ ist etwas missverständlich. Denn es kann durchaus vorkommen, dass die Haarwurzeln mit der Zeit wieder reaktiviert werden und dass wieder einzelne Haare wachsen. Eine Ursache dafür sind hormonelle Schwankungen zum Beispiel während der Wechseljahre oder einer Schwangerschaft. 

Ein paar Ausschlusskriterien für eine dauerhafte Haarentfernung gibt es. Du solltest auf eine Behandlung verzichten, oder musst es sogar, wenn Du bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Antibiotika nimmst. Ebenfalls abzuraten ist während einer Schwangerschaft sowie bei zuvor intensiv gebräunter oder tätowierter Haut, bei Narben, Ausschlag oder Sonnenbrand. 

Deshalb ist Beratung beim Profi wichtig

Nach der Behandlung mit dem Laser kann es zu Rötungen oder Bläschen kommen, auch eine Hyperpigmentierung, Verbrennungen, Schwellungen oder leichte Blutergüsse sind möglich, so Dr. Martin Kürten, Plastischer Chirurg aus Mainz, auf seiner Internetseite „dr-kuerten.de“. Diese Nachwirkungen seien jedoch gut behandelbar. Die Laser-Technik sei noch recht neu und Langzeitstudien dazu gebe es noch nicht. Bei unsachgemäßer Handhabung könne es zu Hautverfärbungen, Verbrennungen, Wunden oder einem ungleichmäßigen Nachwachsen der Haare kommen. 

Behandlungen zur dauerhaften Haarentfernung für extra-glatte Haut bieten Hautarztpraxen oder spezialisierte Studios an. Die Profis dort können Dich in punkto Gesundheitsrisiken beraten und Dir auch sagen, ob und zu welchem Zeitpunkt eine Behandlung stattfinden kann, welche Technik sich für Deinen individuellen Typ eignet und wie viele Sitzungen Du ungefähr einplanen solltest. 

Ein Skin Treatment für Zuhause? 

Du kannst Dich aber auch Zuhause selbst ans Werk machen. In den vergangenen Jahren sind immer mehr Geräte auf den Markt gekommen, mit denen Du die Haare auf eigene Faust veröden kannst. Sie kosten meist ein paar hundert Euro. Bevor Du das Geld investierst, solltest Du Dir überlegen, welche Körperstellen Du behandeln möchtest. Die Geräte kommen mit unterschiedlichen Aufsätzen, die sich unterschiedlich gut für bestimmte Partien eignen, etwa kleine Aufsätze fürs Kinn und große für die Beine. 

Die IPL-Geräte für zuhause arbeiten mit schwächeren Impulsen als die Geräte beim Profi, erklärt die Stiftung Warentest auf „test.de“. Damit störende Haare langfristig verschwinden, müssten die Abstände zu Hause kürzer sein als bei einer Behandlung beim Profi. 

Vorsicht bei Leberflecken und Co.

Doch egal, ob Du es in einer Praxis oder zu Hause machst: Mit der Zeit kämen weniger Haare nach, so die Tester. Hautärztin Maja Hofmann erklärt auf dem Portal: „Man erreicht eine Verringerung des Haarwuchses, aber nicht das generelle Ausbleiben neuer Haare.“ Ob die Geräte fürs heimische Badezimmer funktionieren, sei wissenschaftlich noch nicht erwiesen, es fehle an Studien.  

Wichtig ist: Bei der Anwendung zu Hause solltest Du vorsichtig sein und Dich genau an die Anleitung halten, denn ganz ohne ist sie nicht. Auch mit den schwächeren Lichtimpulsen riskierst Du Verbrennungen oder Hautverfärbungen, so „test.de“. Und: Wenn Du zu Hause herumdokterst, fehlt die medizinische Diagnose. Nur ein Arzt könne beurteilen, ob Leberflecke oder Male gegen das Lasern sprechen, so die Tester. Sie weisen darauf hin, dass professionelle Anwender einen Fachkundeausweis brauchen, also Schulungen oder Weiterbildungen gemacht haben.

Zur Laser-Haarentfernung lieber zum Arzt 

Vor der fehlenden Kontrolle warnten Dermatologen laut „aerztezeitung.de“ schon 2016 und es wird klar, warum: Bei einer Überdosierung könne es zu Verbrennungen kommen. Auch wenn Pigmente außerhalb des Haares mitbehandelt würden, also etwa Muttermale, könne es Probleme geben. Eine Kontrolle beim Facharzt sei empfehlenswert. Es müsse sichergestellt sein, dass kein Hautkrebs bestehe und dass der Patient oder die Patientin nicht zu viele Muttermale hat. 

Auch könnten endokrinologische Erkrankungen, etwa Nebennierenrindenerkrankungen, hormonelle Störungen oder ein polyzystisches ovarielles Syndrom (PCOS) Grund für eine übermäßige Behaarung sein. 

Die deutsche Krebsgesellschaft hat 2018 auf die Gefahr von schwarzem Hautkrebs durch Blitzlampen hingewiesen und rät auf „krebsgesellschaft.de“, Leberflecke, Sommersprossen oder Pigmentstörungen bei IPL-Behandlungen auszuschließen. 

Das passiert nach der Haarentfernung 

Aber was passiert eigentlich, wenn wir unsere Körperhaare großflächig entfernen? Unser Pelz erfüllt ja durchaus einen Zweck, wie Martin Grunwald auf „swr.de“ erklärt. Der Psychologe ist Experte für Haptik, den Tastsinn und beschreibt jedes Haar als hochsensiblen Sensor, der allerfeinste Reize registrieren könne. Würden die Haare abrasiert, gehe diese Empfindungsfähigkeit verloren. Der Verlust sei allerdings zu verkraften, denn die Einschränkung sei im Alltag wahrscheinlich gar nicht wahrnehmbar. Es gebe noch viele andere hochsensible Rezeptoren in der Haut. 

Haarentfernung hat in vielen Ländern und Kulturen eine lange Tradition, so etwa die Entfernung der Haare mit Zuckerpaste in Ägypten oder der Türkei. Bei uns dagegen ist sie noch ein relativ junges Phänomen. Ab 1915, nachdem Gilette den ersten Damenrasierer auf den Markt gebracht hatte und die Mode sich änderte, begannen immer mehr Frauen in den USA, sich zu rasieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden glatte Achseln und Beine dann auch in Deutschland populär. 

Glatte Haut auch im Gesicht 

Und gerade gibt es einen neuen Trend in der Haarentfernung: Die Haare im Gesicht müssen weg. Natürlich entfernen wir schon lange Haare an den Augenbrauen oder auf der Oberlippe oder die, die in den Wechseljahren auftauchen. Jetzt ist aber der zarte Flaum dran, den auch junge Frauen haben. In Japan gehört die Entfernung der Gesichtshaare für junge Frauen schon lange zur Beauty-Routine. Hiesige Beauty-Expertinnen nennen das Skin Treatment, bei dem die Haare im Gesicht mit einem scharfen Messer rasiert werden, Dermaplaning: Die Entfernung der Gesichtshaare und die Behandlung der Haut mit warmen Handtüchern und Lotionen soll für einen glatten, ebenmäßigen Teint sorgen, Peeling inklusive. 

Manchmal wachsen Haare aber auch stärker als sie sollten. Übermäßiges Haarwachstum, das nichts mit dem Älterwerden oder mit unserer ethnischen Herkunft zu tun hat, nennen Ärzte Hypertrichose. Ändert sich die Behaarung hormonell bedingt und tauchen bei Frauen Haare im Gesicht, am Rücken oder der Brust auf, spricht man von Hirsutismus. Aber natürlich sind viele Haare, auch viele nervige Haare, nicht gleich krankhaft. Damit wir sie loswerden wollen, reicht es schon, dass sie uns lästig sind. 

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