Talgknoten: Das kannst Du gegen Talgeinlagerungen tun

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Kommt es zu einer Verstopfung der Talgdrüsen in unserer Haut, können neben Mitessern und Pickeln auch Grützbeutel entstehen. Was lässt sich gegen diese Talgknoten tun?

Die Talgdrüsen übernehmen eine wichtige Funktion in unserer Haut. Sie produzieren ständig ein fettiges Sekret, den Talg, der sich schützend auf unsere Haut legt, sie vor dem Austrocknen bewahrt und ihr zugleich hilft, das Eindringen schädlicher Erreger zu verhindern. Abgesehen von einigen Stellen an den Händen und an den Fußsohlen finden sich Talgdrüsen am gesamten Körper. Hier allerdings sind sie sehr ungleich verteilt. So ist die sogenannte T-Zone im Gesicht – also Stirn, Kinn und Nase –, sehr stark mit Talgdrüsen durchsetzt, die Wangen dagegen vergleichsweise wenig. 

Die Talgproduktion wird durch zahlreiche, nicht zuletzt hormonelle, Prozesse gesteuert. Probleme bleiben nicht aus, vor allem wenn es aufgrund hormoneller Schwankungen oder anderer Einflüsse zu einer Überproduktion an Talg kommt und die Gänge verstopfen. Dann kann der Talg nicht mehr richtig abfließen, Mitesser entstehen und nach einer entzündlichen Reaktion womöglich auch Pickel. Zudem können sich Talgknoten in unterschiedlicher Ausformung bilden, die im Folgenden näher betrachtet werden. 

Was versteht man unter einem Talgknoten?

Unter bestimmten Umständen kann es vorkommen, dass es unter der Haut zu Ablagerungen von Fett (und Hautpartikeln) kommt, das sich in den Hohlräumen unter den Haarwurzeln ansammelt. Meist geschieht das am Kopf, es können aber auch viele andere Körperstellen betroffen sein. Die dadurch entstehenden Beulen, die sehr unterschiedlich groß sein können, nennt man Atherome oder auch Grützbeutel. Diese Talgknoten sind meist deutlich sichtbar und fühlen sich trotz eines hohen Festigkeitsgrades eher elastisch an. Üblich ist, dass die Knoten die Größe eine Kirsche erreichen, in einzelnen Fällen können sie aber auch auf das Format eines Tennisballs anwachsen. 

Neben diesen elastisch-prallen Atheromen können sich auch Milien an der Haut ausbilden. Diesen Begriff nutzt man für kleine Zysten, die sich an den Ausgängen der Talgdrüsen bilden. Sie bestehen nicht aus Talg, sondern aus einer Ansammlung von Hornschuppen, sind weit kleiner als Atherome und fühlen sich hart an. Milien werden häufig im Zusammenhang mit Talgknoten genannt, gehören streng genommen aber schon aufgrund ihrer Zusammensetzung nicht dazu.

Wie gefährlich sind Atherome und Milien?

Beide Hautveränderungen sind völlig harmlos. Es handelt sich also um ein rein kosmetisches Problem, nicht um ein medizinisches. Das schlägt sich beim Entfernen leider auch in der Kostenübernahme durch die Krankenkassen nieder: Sie zahlen für diese Schönheits-OP im Regelfall nicht. Das kann sich allerdings ändern, wenn der Eingriff medizinisch notwendig wird. 

Die Hautveränderungen beim Dermatologen untersuchen zu lassen, ist dennoch zwingend. Zum einen lässt sich für den Laien nicht einwandfrei erkennen, ob er es tatsächlich mit einem harmlosen Talgknoten oder doch mit einer aggressiven Wucherung zu tun hat. Zum anderen können sich die Grützbeutel entzünden, was zu unangenehmen Begleiterscheinungen führt. Die betroffenen Areale werden plötzlich druckempfindlich und schmerzen. Platzen die vereiterten Beulen auf, kann sich das infizierte Sekret auf und unter der Haut verteilen und so zu einem Flächenbrand führen.

Sollte man Atherome und Milien entfernen lassen?

Den meisten Menschen wohnt eine gewisse Eitelkeit inne, Wucherungen passen da nur schlecht ins Bild. Also kommt es zunächst darauf an, wo sich die Grützbeutel oder Milien gebildet haben und als wie störend man sie empfindet. Eine kleine, schmerzfreie Beule auf der Kopfhaut unter dichtem Haar, die auch sonst keinen Ärger macht, ist wahrscheinlich keine Behandlung wert. Treten die Veränderungen dagegen mitten im Gesicht oder im Intimbereich auf, werden sich viele Menschen für die Mini-OP entscheiden. Dafür braucht es nicht viel mehr als einen Termin beim Hautarzt, der den Eingriff beim Grützbeutel mit einer lokalen Betäubung vornehmen wird. Milien werden meist zunächst aufgeweicht, anschließend lässt sich die Haut leichter öffnen. Egal um welche Ausformung es sich handelt, die ganze Angelegenheit ist fast immer in weniger als 30 Minuten beendet. Auch die Kosten halten sich in Grenzen und bleiben oft sogar noch im zweistelligen Bereich.

Wo und wie entstehen Talgknoten?

Bevor es um die Entstehung der Talgknoten geht, noch einem kurz zu den Begrifflichkeiten – denn diese sind vielfältig. So wird der Begriff Talgknoten synonym zum Grützbeutel und auch zum Atherom und zur Talgzyste gebraucht. Ebenfalls im allgemeinen Sprachgebrauch verankert: der Grießknoten. Daneben gibt es die eher in Fachkreisen benutzten Wörter Follikelzyste, Epidermalzyste oder auch Tricholemmalzyste. Und wenn man über dieses Begriffsspektrum diskutiert, ist wie bereits erwähnt auch das Wort Milien nicht weit, wobei diese kleine Zyste sich auch hinter den Begriffen Hautgrieß oder schlicht Grießkorn verbirgt. Unabhängig vom verwendeten Begriff ist all diesen Hautveränderungen gleich: Es handelt es sich um gutartige Zysten. 

Talgknoten bilden sich im Bereich der Haarwurzel, also unter der Haut. An dieser Stelle sitzt eine Talgdrüse, die das Haar und die Haut mit Talg versorgt. Ist der Gang von der Talgdrüse an die Oberfläche verstopft, zum Beispiel durch winzige Hautschuppen, kommt es zum Stau: Der Talg sammelt sich im Hohlraum an der Haarwurzel, wobei die Drüse immer neues Sekret nachschiebt. Mit der Zeit bildet sich so ein immer größeres Depot dieses Sekrets aus Fett und abgestorbenen Zellen, das sich im schlimmsten Fall auch entzünden kann. 

An der Oberfläche der Haut wird dieser „Ball“ aus Talg deutlich sichtbar. Er bildet eine Beule, die bis zur stattlichen Größe eines Tennisballs anwachsen kann. Die Haut wird dadurch lokal extrem gedehnt und die Haare scheinen optisch plötzlich in unterschiedliche Richtungen zu wachsen, was die Sache noch auffälliger macht. 

Grützbeutel – es können zeitgleich auch mehrere sein – entstehen im Gros aller Fälle auf dem Kopf. Hier bleiben sie lange unsichtbar, lassen sich aber gut ertasten. Ab einer bestimmten Größe wird die Beule dann auch sichtbar. Es ist zugleich der Zeitpunkt, zu dem sich viele Betroffene zum Entfernen entschließen. 

Die Grützbeutel können sich aber auch an vielen anderen Stellen bilden. Betroffen sind meist Körperregionen mit einer besonders starken Talgproduktion. Dazu zählt die T-Zone im Gesicht, der Hals, die Region hinter den Ohren aber auch die Brust und die Intimregion. 

Wer leidet besonders häufig unter Talgknoten?

Über diese Frage wird bis heute diskutiert. Es wird angenommen, dass die erbliche Veranlagung eine große Rolle spielt. Das macht es zugleich schwerer, proaktiv etwas gegen die Bildung der Talgeinschlüsse zu tun. Der Rat der Dermatologen bezieht sich daher meist auf eine besonders gute Hygiene und Hautpflege, die darauf abzielt, Verstopfungen bei besonders fettiger Haut zu verhindern. Ein erster Schritt dabei ist schon die Wahl der richtigen Pflegeprodukte. Diese sollten „nicht komedogen“ sein, um den Talg-Ausfluss nicht noch zusätzlich zu erschweren. 

Die Zysten selbst auszudrücken ist in den meisten Fällen gar nicht möglich, aber schon vom Versuch wird dringend abgeraten. Der dabei ausgeübte Druck könnte sonst dazu führen, dass sich der Grützbeutel noch tiefer eingräbt. Außerdem wächst die Gefahr von Entzündungen, womit das zunächst rein kosmetische Problem auch medizinisch in den Fokus rückt. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Blutvergiftung kommen, die dann Lebensgefahr bedeutet. 

Wie macht sich eine Entzündung bemerkbar?

Die Talgknoten verursachen im Normalfall keine Schmerzen und haben sich optisch kaum vom normalen Hautbild ab. Es sind hautfarbene Beulen, die sich mit zunehmender Größe höchstens über ein Spannungsgefühl der Haut bemerkbar machen. Kommt es zu einer Entzündung, beginnt die geschwollene Region zu schmerzen und empfindlich auf Druck zu reagieren. Oft geht ein Hitzegefühl damit einher und die Haut verfärbt sich rötlich. Im Inneren bildet sich jetzt eine eitrige Flüssigkeit, die zunächst nicht abfließen kann. Treten die ersten Symptome in dieser Richtung auf, sollte dringend ärztlicher Rat eingeholt werden – denn das Problem löst sich von alleine nicht. Entweder der Eiter bleibt im entzündeten Grützbeutel, womit die Schmerzen und der Druck zunehmen. Oder der Grützbeutel platzt auf, womit sich die Erreger unkontrolliert über ein größeres Hautareal verteilen. Beide Wege sind gesundheitlich eine Sackgasse. Nur eine kontrollierte Öffnung durch den Arzt verspricht hier einen Ausweg. Aufgrund der entzündlichen Prozesse im Körper müssen zudem eventuell Antibiotika verschrieben werden.   

Sonderfall Milien: Vor Hausmitteln wird gewarnt

Grieskörner bilden sich oft am Auge, genauer am Augenlid, aber auch an den Lippen, an den Schläfen oder Wangen können die kleinen, harten Zysten auftreten. Ausdrücken kann man sie nicht, zumal sie vollständig von Haut umschlossen werden. Wer die harmlosen aber oft störenden Körner loswerden will, sollte also zum Hautarzt gehen – ganz genau wie beim Talgknoten. Das gilt besonders im empfindlichen Bereich der Augen. 

Ungeachtet der drohenden Risiken werden immer wieder Lifehacks gepostet, wie man den Grieskörnern mit Hausmitteln zu Leibe rücken kann. Das Spektrum reicht vom gezielten Einsatz von Zahncreme über Teebaum- oder Kokosöl bis hin zum selbst gekochten Tee-Sud. All das sollte man ganz schnell wieder vergessen, also schon vor dem ersten Selbstversuch, der andernfalls im Wortsinn ins Auge gehen könnte. Die 20 bis 50 Euro im Kosmetikstudio oder besser noch beim Hautarzt sind für die sichere Beseitigung des Grieskorns gut angelegt! Für rund 80 Euro sind auch Behandlungen mit dem Laser möglich. 

Im Vorfeld kann man gegen Milien selbst allerdings einiges tun. Einer gründlichen Reinigung sollten milde Pflegeprodukte folgen, die zum Beispiel Retinol, Hyaluronsäure oder Urea enthalten. Auch ein Peeling mit Alpha- oder Beta-Hydroxysäure kann dazu beitragen, Hautschuppen zu entfernen, damit sich keine Milien bilden. Auch hier sollte man gerade in der empfindlichen Region am Auge sehr vorsichtig vorgehen, um keine zusätzlichen Schäden zu verursachen.