Wenn die Kopfhaut rieselt: Was tun gegen Schuppen?

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Trockene, schuppige Kopfhaut kann extrem belastend sein. Denn schönes Haar ist Ausdruck von Gesundheit und Attraktivität. Was hilft schnell und nachhaltig gegen Schuppen? Wir verraten es Dir in diesem Artikel!

Die tolle Haarmähne auszuschütteln, so wie die Stars auf dem roten Teppich es tun. Neue Frisuren ausprobieren oder einfach die Haare offen lassen. Mit schuppenfreiem Haar ist das alles kein Problem. Schöne, gepflegte Haare sind ein Zeichen von Attraktivität und schenken uns ein gesundes Aussehen. Mit Schuppen sieht die Realität leider anders aus, das kann im Alltag sehr belastend sein. Und viele Anti-Schuppen-Shampoos und Anwendungen bringen nicht den gewünschten Erfolg oder verschlechtern die Situation sogar noch. 

Kopfschuppen sind lästig, aber in der Regel nicht krankhaft. Gewusst wie, lassen sie sich ganz gut in den Griff bekommen. Wenn das nicht klappt, liegt es meist daran, dass die Betroffenen nicht wissen, welche Art von Schuppen sie haben. Denn es gibt unterschiedliche Schuppen auf der Kopfhaut und Ursachen, die unterschiedlich behandelt werden müssen.

Warum haben wir Schuppen auf dem Kopf?

Schuppen sind nicht per se schlecht, auch sie erfüllen eine Funktion auf unserer Kopfhaut. Sie sind ein Zeichen der Regeneration. Die Hautzellen des Menschen erneuern sich alle vier Wochen komplett, wenn auch immer langsamer mit zunehmendem Alter, und das trifft auch für die Kopfhaut zu. Würde diese Regeneration nicht passieren, könnte die Schutzbarriere der Haut ihre wichtige Funktion bald nicht mehr erfüllen. Entzündungen, Schmerzen und Haarausfall könnten die Folge sein. 

Zum Glück erneuert sich unsere Haut und bleibt so gesund und geschmeidig. Leider verläuft diese Erneuerung jedoch nicht immer ganz unauffällig. Gerade wenn die Haut sehr aktiv neue Zellen produziert, zeigt sich das in Form von vermehrter Schuppenbildung.

Was tun gegen Schuppen?

Wer trockene, schuppige und juckende Kopfhaut hat, kennt den Leidensdruck, der dahinter stecken kann. In der Regel haben Betroffene schon viele unterschiedliche Shampoos und Hausmittel ausprobiert und sind frustriert, wenn der Erfolg ausbleibt. Noch schlimmer ist es, wenn die Schuppenbildung durch die Haarpflege sogar noch verstärkt wird. Was die richtigen Maßnahmen sind, hängt von der Art der Schuppen ab. Wo liegen die Unterschiede zwischen verschiedenen Arten von Schuppen und wie erkenne ich sie? 

Unterschied trockene und fettige Schuppen

Es ist ein großer Unterschied, ob die Schuppen trocken oder fettig sind. Hört sich einfach an, doch für Laien ist das manchmal nicht so einfach zu erkennen. Im Zweifel kann die Kopfhaut von einem Dermatologen (Hautarzt) analysiert werden. Denn zu wissen um welche Schuppen es sich handelt, ist der Schlüssel, um sie loszuwerden. Es gibt einige Anhaltspunkte, um die Schuppen voneinander zu unterscheiden.

Trockene Schuppen erkennen

Die Trockenheit macht die Schuppen brüchiger und so sind sie meist kleiner als die fettigen Schuppen. Bei trockenen Schuppen lässt sich außerdem häufig beobachten, dass die Kopfhaut juckt und spannt. Auch das bekannte Rieseln und die Verteilung auf der Kleidung kommen bei den trockenen Schuppen viel ausgeprägter und gleichmäßiger vor, so dass manchmal die Schultern komplett mit Schuppen übersät sind.

Was hilft gegen trockene Schuppen

Haarwäsche mit Anti-Schuppen-Shampoo: Ein rückfettendes Shampoo, zum Beispiel mit Hyaluronsäure oder Lipiden, hilft besonders gut gegen trockene Schuppen. Zunächst werden nach dem Waschen vielleicht mehr Schuppen auftreten als vorher, denn die alten Hautschüppchen lösen sich durch das Anti-Schuppen-Shampoo schneller. So kann der Eindruck entstehen, dass die Schuppen sich vermehrt haben. Jetzt ist ein bisschen Durchhaltevermögen gefragt. Ganz wichtig ist es auch, das Shampoo am Ende gründlich mit lauwarmem Wasser auszuspülen. Danach das Haar an der Luft trocknen lassen oder nur mit mittlerer Wärme föhnen. Heiße Föhnluft trocknet die Kopfhaut zu sehr aus und regt die Schuppenbildung wieder an. Die Haare sollten nicht häufiger als dreimal die Woche gewaschen werden, damit die Kopfhaut nicht zu stark belastet wird.

Shampoo-Peeling für eine gesunde Kopfhaut: Es gibt auch Shampoos, die einen Peeling-Effekt haben. Sie können wie eine Kur einmal die Woche benutzt werden und helfen der Kopfhaut, die Schuppen abzutragen. Diese Peeling-Shampoos enthalten meist auch gleich rückfettende und pflegende Substanzen, um die Kopfhaut nicht auszutrocknen. 

Schuppen wegmassieren: Um die Durchblutung anzuregen und den Hautstoffwechsel zu fördern, helfen auch Kopfhautmassagen. Sie können einfach mit den Fingern durchgeführt werden. Entweder beim Waschen oder auch als Trockenübung. Alle zehn Finger auf die Kopfhaut legen und dann mit kreisenden Bewegungen massieren. Dabei keinen Druck ausüben und nicht mit den Fingernägeln kratzen, da die Kopfhaut sehr empfindlich ist. Es gibt auch sogenannte Massage-Spinnen extra für die Kopfhaut oder spezielle Massagebürsten aus Silikon. Auch für sie gilt: Ohne Druck massieren!

Mit Öl gegen Trockenheit auf dem Kopf: Bei dieser Form der „Öl-Kur“ wird ein wenig Öl auf die Fingerspitzen aufgetragen und vorsichtig auf der Kopfhaut verteilt. Das lässt sich auch prima mit einer Kopfhautmassage verbinden. Dann einige Stunden einwirken lassen und mit einem milden Anti-Schuppen-Shampoo gründlich auswaschen. 

Ein guter Zeitpunkt für die Kur ist die Nacht. Öl auftragen, Duschhaube aufsetzen oder Haare mit einem dünnen Handtuch einwickeln, um das Kopfkissen zu schützen. Am nächsten Morgen auswaschen. Es gibt auch die sogenannten Trockenöle, sie pflegen die Haut und hinterlassen keinen unangenehmen Fettfilm.

Hausmittel bei trockenen Schuppen: Apfelessig und Zitronensaft können als Spülung angewendet werden, sie wirken gut gegen Schuppen. Zwei Esslöffel Essig oder Zitronensaft in zwei Liter Wasser mischen und nach der Haarwäsche über die Kopfhaut gießen. Dabei darauf achten, dass nichts davon in die Augen gerät. Die Spülung kann bei leichter Schuppenbildung und regelmäßiger Anwendung recht gute Ergebnisse bringen, da diese beiden Hausmittel den pH-Wert der Haut regulieren. Wunder sollte man allerdings nicht erwarten. 

Muss man mögen – Teebaumöl: Auch Teebaumöl wird oft als Hausmittel gegen Schuppen genannt. Zwei Tropfen des ätherischen Öls ins Shampoo gemischt, kann unterstützend gegen trockene Kopfhaut und Schuppenbildung wirken. Doch Teebaumöl hat einen intensiven, teerähnlichen Eigengeruch. Ein kleiner Geruchstest im Vorfeld ist gerade beim ersten Versuch mit dem Öl angebracht. 

Fettige Schuppen erkennen

Wenn die Kopfhaut zu viel Talg produziert, lösen die Schuppen sich meist in größeren Teilen von der Kopfhaut ab. Sie bleiben in den Haaren kleben und werden dort zerrieben. So ähneln sie den trockenen Schuppen noch mehr. Von der Farbe her unterscheiden sich die fettigen Schuppen häufig nur durch einen minimalen Gelbstich von den trockenen. Auch fettige Schuppen können sich auf Schultern und Kleidung verteilen, jedoch meist nicht so regelmäßig und auch nicht so gehäuft.

Was hilft gegen fettige Schuppen? 

Waschen und Föhnen gegen Schuppen: Auch bei fettigen Schuppen ist das richtige Shampoo ein möglicher Game-Changer. Allerdings sollte hier kein rückfettendes, lipidhaltiges Shampoo verwendet werden, sondern eher ein leichtes Shampoo, das auch gegen fettige Haare hilft. Bei fettigen Schuppen können die Haare mit einem milden Produkt gern täglich gewaschen werden. Gründliches Ausspülen ist auch hier Pflicht.

Wenig Conditioner: Beim Conditioner sollte die Kopfhaut ganz ausgespart werden. Am besten nur in den Längen und Spitzen verteilen, um die Kopfhaut nicht zu überpflegen. 

Bürsten und Kämme waschen: Bürsten und Kämme sollten regelmäßig gesäubert werden. Am besten täglich nach dem Bürsten mit etwas Shampoo und Wasser die benutzten Utensilien reinigen.

Kissenbezug häufig wechseln: Bei fettigen Schuppen ist es hilfreich, den Kopfkissenbezug täglich zu wechseln. Das Fett sammelt sich auf der Oberfläche des Kopfkissenbezugs und wirkt in der nächsten Nacht zusätzlich fettend auf Kopfhaut und Haare. 

Schnelle Hilfe für ein paar schuppenfreie Stunden

Du hast einen wichtigen Präsenztermin oder bist zu einem tollen Event eingeladen und Deine Schuppenbehandlung steht noch ganz am Anfang? Wir haben einige praktische Tipps, mit denen Du ein paar unbeschwerte Stunden genießen kannst, ohne Deine Gedanken ständig darum kreisen zu lassen, wie viele Schuppen sich wohl schon wieder auf Deinen Schultern angesammelt haben.

Für jede Art von Schuppen gilt: Zunächst das Haar mit einem passenden Shampoo waschen und föhnen. Anschließend mit einem engzahnigen Kamm gut auskämmen. Bei sehr feinem Haar kann auch ein sogenannter Läusekamm benutzt werden, da stehen die Zinken extrem nah zusammen. Größere Schuppen lassen sich so aus frisch gewaschenem Haar super herauskämmen. Doch Vorsicht, auf gar keinen Fall den Kamm über die Kopfhaut ziehen, sonst wird erneut eine Schuppenschicht gelockert und ins Haar gebracht. Insbesondere bei fettigen Schuppen sollte der Kamm nach jedem Durchziehen von Schuppen gereinigt werden. Die fertige Frisur kann mit Haarlack oder einem starken Finishing Spray fixiert werden. So kommt wenig Bewegung ins Haar und das verhindert, dass die Schuppen einfach herausrieseln.

Für lange Haare: Die Frisur sollte möglichst wenig Spielraum zur Bewegung der Haare lassen. Lange Haare auf jeden Fall zusammenbinden. Der Zopf kann mit einem farbigen Band umwickelt werden, sodass der ganze Zopf unter dem Band verschwindet. Das sieht stylisch aus und Schuppen können weder gesehen werden noch herausfallen. Wenn die Frisur fertig ist und oben auf dem Kopf auffällige Schuppen liegen, können diese mit einem Pinsel vorsichtig herausgestrichen oder mit ein wenig Sprühhaarfarbe, wie man sie gegen Ansätze benutzt, etwas kaschiert werden. 

Bei kurzem Haar: Hier kann ein farblich passendes, geschickt um den Kopf geschlungenes Tuch den Abend erleichtern. Eine andere Kopfbedeckung, wie eine feine Mütze oder ein leichter Hut, bringt denselben Effekt. Wenn das nicht Dein Style ist, besteht auch die Möglichkeit, für ein paar Stunden eine gut sitzende Perücke zu tragen. Bei jungen Frauen ist das ein angesagter Trend: Eine komplette Typveränderung durch eine Wig, wie die Perücke auf Englisch heißt, nur für einen Abend und just for fun – auch ohne Schuppen.

Wenn die Schuppen Zeichen einer Krankheit sind

Leider gibt es auch ein paar Krankheiten, die mit Schuppen einhergehen. Neurodermitis, Schuppenflechte oder ein Pilz können sich hinter ständig schuppender Kopfhaut verbergen. Bei einem Pilz lässt sich Abhilfe nur mit einem Anti-Pilz-Mittel schaffen. Bei Neurodermitis und Schuppenflechte sollte mit Hilfe eines Dermatologen ein Pflegeplan aufgestellt werden, um die Auswirkungen abzumildern. 

Tröstlich ist bei jeder Art von nicht krankhaften Schuppen, dass es sich oft nur um Phasen handelt, in denen die Schuppenbildung so extrem stark ist. Mit der richtigen Pflege und ein bisschen Geduld lassen sich die leidigen Schuppen in den meisten Fällen dauerhaft vertreiben und der schönen Haarpracht steht nichts mehr im Weg.