Diese Tricks helfen bei Reibeisenhaut

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Reibeisenhaut ist zwar lästig, aber nicht gefährlich. Mit einer Creme lässt sich die Reibeisenhaut gut behandeln.

Als „Keratosis Pilaris“ oder „Follikelkeratose“ ist die Reibeisenhaut in der Medizin bekannt. Es handelt sich dabei um eine sehr häufige und harmlose Verhornungsstörung der Haut. Sie erinnert an die bekannte Gänsehaut, verschwindet aber nicht, wenn wir ins Warme kommen. 

Meist verschwindet die lästige Reibeisenhaut irgendwann dennoch von selbst. Eine klassische Behandlungsmethode ist nicht bekannt. Doch mit der richtigen Pflege, können wir der Hautstörung immerhin vorbeugen.

Wie entsteht Reibeisenhaut?

Keratin wird von jedem Körper gebildet. Es ist ein wichtiger Bestandteil von Haaren, Nägeln und auch von unserer Haut. Bildet der Körper aber zu viel dieses Stoffes, können die Ausgänge der Haarfollikel, die wir am ganzen Körper haben, verstopfen und dafür sorgen, dass die äußere Schicht der Haut dicker wird. Kleine Verhornungen entstehen – die lästige Reibeisenhaut. 

Besonders Kinder und Jugendliche sind von der Störung betroffen. Anlass zur Sorge besteht in der Regel jedoch nicht. Meist verschwindet die lästige Hautkrankheit von selbst. Sollten die Stellen, die meist an den Oberschenkeln und Oberarmen, aber manchmal auch am Po und im Gesicht auftreten, jedoch beginnen zu jucken oder gar zu nässen, sollte auf alle Fälle ein Hautarzt einen Blick darauf werfen. 

Was hilft gegen Reibeisenhaut?

Wie eingangs erwähnt, das Wundermittel gegen Reibeisenhaut ist leider noch nicht erfunden. Aber Du kannst eine Menge tun, um der dermatologischen Störung vorzubeugen oder sie zu lindern. 

Die Haut schonend reinigen

Mit scharfen und stark parfümierten Seifen und Waschlotionen tust Du Deiner Haut keinen Gefallen, sondern reizt sie nur übermäßig. Viel besser ist es, zu einer seifenfreien Waschlotion zu greifen, welche die Hautbarriere nicht angreift. Auch bei der Wassertemperatur kannst Du viel falsch machen. Wenn Du zu heiß duscht oder Dich mit zu heißem Wasser wäschst, entziehst Du Deiner Haut die Feuchtigkeit. Besser ist es, lauwarm zu duschen. Auch ein kaltes Duschbad kann nicht schaden, denn das fördert die Durchblutung. 

Im Winter für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen

Trockene Heizungsluft ist Gift für unsere Haut und kann die Bildung von Reibeisenhaut fördern. Deshalb solltest Du immer auf ausreichend Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen achten. Hilfreich sind etwa Zimmerpflanzen mit großen Blättern, die Flüssigkeit aufnehmen und an die Außenluft abgeben. Ebenso gut sind mit Wasser gefüllte Gefäße, die Du auf Deine Heizkörper stellst. Durch die Wärme verdunstet das Wasser und die Luftfeuchtigkeit steigt. Unser letzter Tipp: Regelmäßig lüften, um die trockene Heizungsluft aus der guten Stube zu bekommen. 

Auf gesunde Ernährung achten

Nicht nur durch äußere Faktoren kannst Du Reibeisenhaut vorbeugen. Auch gesunde Ernährung kann gegen die lästige Hautirritation helfen. Zunächst ist es wichtig, ausreichend zu trinken, damit die Haut immer mit Feuchtigkeit versorgt ist. Anderthalb Liter Wasser oder ungesüßter Früchtetee sollten es schon sein. Zudem solltest Du darauf achten, ausreichend Vitamine zu Dir zu nehmen. Die sind nämlich die besten Kämpfer gegen freie Radikale und sorgen so auch für ein gesundes Hautbild. Wichtig ist es, auf einen ausgewogenen Vitaminmix zu achten. 

Folgende Lebensmittel sind laut „eatsmarter.de“ besonders vitaminreich:

  • Vitamin A: Rote Paprika, Eigelb, Vollmilch, Spinat, Leber
  • Vitamin B1: Vollkornprodukte, Erbsen, Schweinefleisch
  • Vitamin B2: Brokkoli, Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Käse
  • Vitamin B3 (Niacin): Grünes Blattgemüse, Ei, Leber, Fleisch
  • Vitamin B5 (Pantothensäure): Pilze, Sonnenblumenkerne, Leber
  • Vitamin B6: Avocado, Banane, Fleisch, Milch, Walnüsse, Kartoffeln
  • Vitamin B7 (Biotin): Eigelb, Linsen, Leber, Hefe
  • Vitamin B9 (Folat): Spinat, Kohl, Orangen, Salat, Vollkornprodukte
  • Vitamin B12: Fisch, Ei, Milchprodukte, Fleisch, Leber
  • Vitamin B12: Milchprodukte, Leber, Fleisch, Ei, Fisch
  • Vitamin C (Ascorbinsäure): Paprika, Zitrusfrüchte, Grünkohl, Brokkoli, Sanddorn, Schwarze Johannisbeere
  • Vitamin D: besonders fette Fischsorten wie Lachs oder Aal
  • Vitamin E: Nüsse, Ei, Butter, pflanzliche Öle
  • Vitamin K: Brunnenkresse, Kohl, grüner Salat, Spinat

Du siehst, wenn Du Deinen Speiseplan rund um diese vitaminreichen Lebensmittel baust, tust Du nicht nur Deiner Gesundheit etwas Gutes und beugst Reibeisenhaut vor, sondern kannst auch richtig ausgewogen und lecker essen. 

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen hat sich doch eine lästige Reibeisenhaut gebildet? Dann solltest Du diese Tipps beherzigen, die ein wenig Linderung verschaffen können.

Moderate Sonnenbäder

Besonders wenn Du Deinen Urlaub am Strand verbringst, kann das auch bei bestehender Reibeisenhaut hilfreich sein. Wie „nivea.de“ berichtet, haben schon viele Betroffene festgestellt, dass die Kombination aus Salzwasser und Sonnenlicht dafür sorgen kann, dass sich die Reibeisenhaut ein wenig zurückbildet. Eine Gewähr, dass das auch so bleibt, wenn Du aus dem Urlaub zurückkehrst, gibt es leider nicht. Wenn Du Deine Haut der Sonne aussetzt, gilt aber eine wichtige Regel: Niemals solltest Du auf einen ausreichenden Sonnenschutz verzichten, denn die aggressiven Sonnenstrahlen lindern zwar in vielen Fällen die Reibeisenhaut, können aber auch Hautschädigungen bis hin zu Hautkrebs verursachen. 

Ausreichend eincremen

Trockene Haut begünstigt nicht nur die Entstehung von Reibeisenhaut, sondern kann auch dazu führen, dass sie sich verschlimmert, wenn sie einmal aufgetreten ist. Deshalb ist es wichtig, neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr durch Getränke, die Haut auch mit einer reichhaltigen Feuchtigkeitscreme zu versorgen und Dich zusätzlich mit Körperölen zu pflegen.

Peelings verwenden

Wenn die oberste Hautschichte von Reibeisenhaut bedeckt ist, kann ein Peeling helfen, die Verhornungen ein wenig abzubauen und die oberste Hautschicht zu lösen. Besonders empfehlenswert sind Peelings mit Fruchtsäure oder Salz. 

Rezepte für hautpflegende Peelings

So ein Peeling lässt sich übrigens auch wunderbar selbst herstellen. Bei besonders trockener Haut hilft etwa ein Peeling aus Haferflocken, Orange und Avocado. Du benötigst eine Avocado, den Saft einer Orange und zwei Esslöffel zarte Haferflocken. Die Avocado wird mit einer Gabel sorgfältig zerdrückt. Der Orangensaft wird untergemischt. Jetzt hebst Du noch die Haferflocken unter. Das Peeling wird nun mit kreisenden Bewegungen auf der noch feuchten Haut sanft verrieben. Zehn Minuten solltest Du Dir dafür schon Zeit nehmen. Anschließend wird das Peeling gründlich abgewaschen. Nun ist die Haut besonders empfänglich für Pflegeprodukte wie eine Feuchtigkeitscreme. Wichtig ist, dass Du das Peeling sofort verwendest. Liegen die Haferflocken nämlich zu lange in der Flüssigkeit werden sie weich und erzielen nicht mehr den gewünschten Effekt. 

Unser zweites Peeling ist besonders für empfindliche Haut gedacht. Dazu benötigst Du einen Teelöffel Aprikosenkernöl, drei Esslöffel Mandelkleie und vier Esslöffel Naturjogurt, natürlich ungesüßt. Du verarbeitest alle Zutaten zu einer Pate, die fast wie eine Creme aussehen sollte. Auch hier wird der Körper mit kreisenden Bewegungen eingerieben und das Peeling im Anschluss mit lauwarmem Wasser abgewaschen. Jetzt ist die Haut bereit für eine pflegende Feuchtigkeitscreme. 

Besonderes Peeling für das Gesicht

Unsere ersten beiden Peelings sind für den Körper geeignet. Für die empfindliche Haut im Gesicht solltest Du zu einem sanfteren Peeling auf der Basis von Kaffeepulver greifen. Dazu benötigst Du eine halbe Avocado, einen Esslöffel Traubenkernöl und einen Esslöffel Kaffeesatz. Die Avocado wird zerdrückt und mit den anderen Zutaten vermischt. Jetzt wird das Peeling wieder in kreisenden Bewegungen im Gesicht verteilt. Drei Minuten sind völlig ausreichend. Anschließend wird die Paste mit lauwarmen Wasser abgewaschen. Danach die Gesichtshaut mit einer milden Feuchtigkeitscreme pflegen.

Bei allen Peelings gilt, dass Du es nicht übertreiben solltest. Einmal pro Woche angewandt, kann so ein Peeling die Reibeisenhaut lindern. Nutzt Du es häufiger, kann die natürliche Schutzbarriere Deiner Haut geschwächt werden. Am besten verwendest Du ein Peeling vor Deiner abendlichen Hautpflegeroutine. So kann sich die Haut über Nacht regenerieren.

Bei Reibeisenhaut in die Sauna

Wie die Website „online-hautarzt.net“ berichtet, kann auch ein Besuch in der Sauna Linderung bei Reibeisenhaut verschaffen. Der Grund: Durch das Schwitzen wird der Körper entgiftet, was auch zu einem reineren Hautbild führt. Außerdem wird die Haut, wie bei einem Peeling, weicher und ist so aufnahmefähiger für Pflegeprodukte. Natürlich solltest Du den Körper nach dem Saunagang in der Dusche mit einer pH-neutralen Seife gründlich reinigen bevor Du zu Pflegeprodukten greifst.

Reibeisenhaut mit Laser behandeln

Wenn Du trotz aller oben beschriebenen Maßnahmen keinerlei Verbesserung Deiner Reibeisenhaut feststellst, könntest Du als letzten Ausweg eine Behandlung mittels Laser erwägen. Diese Methode ist recht kostenintensiv, verspricht aber schnelle Erfolge. Die Website „faces-of-fey.de“ verweist auf einer Studie in der berichtet wird, dass Patienten, die mit einem Farbstofflaser behandelt wurden, bereits nach einer bis vier Sitzungen Verbesserungen an ihrer Reibeisenhaut feststellen. Es darf aber bezweifelt werden, dass die Studie wirklich repräsentativ ist. Es wurden nämlich lediglich acht Patienten der Behandlung unterzogen.

No-Go – Reibeisenhaut ausdrücken

Was Du auf keinen Fall versuchen solltest, ist, die Reibeisenhaut auszudrücken wie einen lästigen Mitesser. Durch das Drücken kann nämlich die Haut verletzt werden. Verunreinigungen dringen in die Haut und schnell hast Du es nicht nur mit Reibeisenhaut sondern zusätzlich auch noch mit Pickeln zu tun. 

Reibeisenhaut nicht zu ernst nehmen

Viele Menschen verschlimmern die Reibeisenhaut, indem sie versuchen, das Problem mit aggressiven Mitteln zu bekämpfen. Dadurch wird die Haut aber nur noch mehr gereizt, das Problem bleibt. Bis auf die Laserbehandlung haben wir Dir relativ hautschonende Pflegemethoden vorgestellt, die leicht anzuwenden sind. Wichtig ist nur, die Haut regelmäßig zu behandeln und den ganzheitlichen Pflegeansatz aus äußerer Behandlung und gesunder Ernährung zu beachten.

Wenn Du dann auch nach einigen Wochen noch keine Besserung verspürst, solltest Du Deinen Dermatologen aufsuchen, um sicherzustellen, dass es sich wirklich nur um normale Reibeisenhaut handelt. Dieser kann Dir sicher noch weitere Behandlungstipps geben. In den meisten Fällen hast Du auf alle Fälle die Zeit auf Deiner Seite. Denn bei vielen Menschen verschwindet die Reibeisenhaut irgendwann wieder. Du siehst, viele Faktoren sprechen dafür, die Reibeisenhaut zwar aktiv zu behandeln. Sie sollte Dich aber im Alltag nicht über die Maßen belasten, denn von Deiner Umgebung wird die lästige aber unauffällige Hauterkrankung in vielen Fällen kaum wahrgenommen.