Versteckt in Kosmetik: Welche Inhaltsstoffe sind schlecht für die Haut?

Inhaltsübersicht

Nicht alle Inhaltsstoffe von Kosmetik sind ungefährlich. Doch welche Inhaltsstoffe sind tatsächlich schlecht für die Haut? Bei den folgenden Wirkstoffen solltest Du vorsichtig sein.

Auch wenn sie eigentlich für die Pflege Deiner Haut entwickelt wurden, können manche Kosmetika genau das Gegenteil bewirken. Bei einzelnen Inhaltsstoffen ist es gerade bei sensibler Haut möglich, dass sie Irritationen hervorrufen – im schlimmsten Falle schädigen sie sogar die Gesundheit Deines ganzen Körpers. 

Wir erklären Dir, welche Inhaltsstoffe Du am besten vermeidest. Außerdem erfährst Du, mit welchen Produkten Du generell vorsichtiger sein solltest.

Deswegen kann Kosmetik Deine Gesundheit beeinträchtigen

Aggressive Inhaltsstoffe können Deiner Haut auf unterschiedliche Weise zu schaffen machen. Einerseits sind Reizungen möglich, andererseits können sie auch die natürlichen Schutzmechanismen Deiner Haut aus dem Gleichgewicht bringen. Damit verliert die Abwehr von Krankheitserregern an Effizienz und Du hast häufiger mit Entzündungen zu kämpfen. Zusätzlich kann Deine Haut so schlechter Flüssigkeit speichern und wirkt schneller fahl. 

Die Wirkstoffe können sich aber auch gesundheitsschädigend auf Deinen ganzen Körper auswirken. Über die Haut gelangen sie in Deinen Kreislauf – mit welchen Folgen ist oft unklar. Zwar gibt es in Deutschland für verschiedene Inhaltsstoffe Grenzwerte, um eine schädigende Wirkung auszuschließen. Aber auch diese Regulation kann nicht alles abdecken. Zum einen ändert sich die wissenschaftliche Faktenlage zu der Gefährlichkeit bestimmter Stoffe ständig – mal wegen verbesserten Messmethoden, mal wegen neuen Studien. Die Schwellenwerte sind also schnell überholt. Zum anderen greifen die meisten von uns in ihrer täglichen Beauty-Routine zu mehr als einem Produkt. Und das bedeutet, dass auch in der Kombination eine zu hohe Dosis entstehen kann.  

Deshalb sollten sich in Deiner Beauty-Routine keine Parabene finden

Parabene sind ein beliebtes Konservierungsmittel für Kosmetika. Vor allem Produkte mit einem höheren Wassergehalt – beispielsweise Shampoos, bestimmte Cremes oder Body Lotion – werden erst dank ihnen haltbar. Ohne die Parabene würden sich schnell Bakterien bilden und das Produkt schließlich die Konsistenz und den Geruch verändern. Für die Beauty-Industrie kommt noch ein entscheidender Vorteil hinzu: Im Gegensatz zu anderen Konservierungsstoffen lassen sich Parabene kostengünstig produzieren.

Dass sie trotzdem in Verruf geraten sind, liegt am Aufbau der Parabene. Hier gleichen sie nämlich dem weiblichen Sexualhormon Östrogen. Deswegen können sie sich in Deinem Körper ablagern und Hormonschwankungen auslösen. 

Besonders Schwangere sollten den Inhaltsstoff deswegen vermeiden. Eine Studie der „University of California“ ist zu dem Schluss gekommen, dass Parabene sonst den Pubertätsbeginn des noch ungeborenen Kindes nach hinten verschieben können. Wie eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Studie gezeigt hat, besteht außerdem der Verdacht, dass Parabene zu Schilddrüsenkrebs führen. 

Auch deswegen sind bestimmte Parabene wie Benzylparaben in der EU komplett verboten. Andere – etwa Propylparaben – dürfen nicht in Produkten für Kinder verarbeitet werden. Trotzdem, bestimmte Parabene wie Methylparaben, Ethylparaben und Isobutylparaben tauchen in den Inhaltslisten von Kosmetika immer noch auf.   

Deswegen sind Deos mit Aluminiumsalzen ein No-Go

Wenn es darum geht, weniger zu schwitzen, sind Aluminiumsalze ein sehr effektives Mittel. Sie sorgen dafür, dass sich die Poren Deiner Haut zusammenziehen. Zusätzlich werden durch die Salze Schweißkanäle unterbrochen. Viele Deodorants setzen deswegen auf den Stoff. 

Dass Aluminiumsalze nicht unumstritten sind, liegt vor allem an einer möglichen Verbindung zu Brustkrebs. Genaue wissenschaftliche Belege fehlen hierfür allerdings. Gleichzeitig wird Aluminium auch ein negativer Effekt auf das menschliche Nervensystem nachgesagt. Der Stoff soll – wohl erst in hohen Dosen – Alzheimer begünstigen. Da Aluminium auch in verschiedenen Lebensmitteln wie etwa Spinat oder Laugengebäck steckt, solltest Du ein Aluminiumsalz-Deo trotzdem vermeiden. Die Grenze zwischen ungefährlich und bedenklich kann sonst schnell überschritten werden. Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt, kann es dann zu Aluminium-Ablagerungen kommen – etwa in Muskeln, Gehirn oder Deinem Skelettsystem. Hier dauert der Abbau sehr lange. 

Auf der Verpackung werden Aluminiumsalze meist als Aluminiumchlorohydrate aufgeführt.   

So können Duftstoffe Deiner Haut schaden

Bei den Inhaltslisten von Kosmetika tauchen Duftstoffe meist nur unter dem Überbegriff „Parfum“ auf. Hinter dieser Intransparenz verbergen sich oft potente oder sogar hochpotente Allergene. Das bedeutet, dass die Stoffe Allergien auslösen können. Symptome dafür sind Kopfschmerzen, Entzündungen, Schleimhautreizungen oder auch ein generelles Unwohlsein. Für diesen negativen Effekt ist es vollkommen egal, ob die Duftstoffe synthetischen oder natürlichen Ursprungs sind. Denn auch ätherische Öle, die oft als natürliches Duftmittel verwendet werden, können schnell Hautirritationen hervorrufen. 

Wenn Du auf einem Produkt den Überbegriff „Parfum“ findest, ist also immer Skepsis angebracht. Besonders allergene Duftstoffe müssen extra aufgeführt werden. Dazu zählen Farnesol, Citral, Linalool und Moschusxylol.   

Aus diesen Gründen ist bei Mineralölen Vorsicht geboten

Mineralöl ist weiterverarbeitetes Erdöl. Bei Kosmetik-Herstellern sind sie vor allem wegen ihrer Konsistenz beliebt. Ganz unterschiedlichste Produkte wie etwa Make-up, Lippenstifte oder Hautpflege-Mittel enthalten Mineralöle. 

Eine Untersuchung von Stiftung Warentest kam zu dem Ergebnis, das so in viele Produkte auch der gefährliche Stoff MOAH gelangt. Die Abkürzung steht für den englischen Begriff „Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons“ – im Deutschen hat sich der Fachbegriff „Aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe“ etabliert. Den Kohlenwasserstoffen wird eine krebserregende Wirkung nachgesagt. Wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit erklärt, ist es sogar möglich, dass MOAHs auf das menschliche Erbgut einwirken. 

Wenn Du Mineralölen deswegen in Zukunft aus dem Weg gehen möchtest, musst Du nach einer ganzen Reihe von Begriffen Ausschau halten. Bei den Inhaltsstoffen können sie als Cera Microcristallina, Mineral Oil, Ceresin, Ozokerite, Paraffinum Liquidum, Paraffin oder auch Petrolatum bezeichnet werden. 

Diese negative Wirkung hat Mikroplastik

Auch wenn Du bei den Inhaltsstoffen von Kosmetika die Begriffe Nylon-6, Polyethylen oder Polyacrylat findest, ist Vorsicht geboten. Hinter den Bezeichnungen versteckt sich nämlich meist Mikroplastik. Mal zur Bindung, mal als Schleifmittel tauchen die Teilchen in Shampoo, Cremes und Peelings auf. 

Mikroplastik hat einen schädigenden Effekt auf die Umwelt. Weil Kläranlagen nicht dazu in der Lage sind, den Stoff komplett aus dem Wasser zu filtern, landet er in der Natur. So findet sich das Plastik später beispielsweise in Fischen und Flusskrebsen wieder. Über diesen Umweg wird es auch Teil der menschlichen Nahrung.

Welchen Effekt das so aufgenommene Mikroplastik auf den menschlichen Körper hat, ist noch nicht vollkommen klar. Ihm werden Verhaltensveränderung und eine Beeinträchtigung des Wachstums und der Fortpflanzungsfähigkeit nachgesagt. Zudem soll Mikroplastik den Magen-Darm-Trakt schädigen.  

Das macht UV-Filter gefährlich

Eigentlich sind UV-Filter ein wichtiger Schutz für Dich. Zum Beispiel in Sonnencreme schwächen sie die Wirkung von UV-Strahlen ab. Du kannst dank ihnen also Sonnenbrände vermeiden und senkst das Risiko für schlimmere Folgen wie Hautkrebs. 

Leider gibt es aber auch die Vermutung, dass UV-Filter mit einem negativen Effekt verbunden sind. Ähnlich wie schon Parabene haben UV-Filter eine hormonelle Wirkung. Eine Auswirkung auf Nerven- und auch Immunsystem wird daher immer wieder vermutet. Zusätzlich gibt es das Gerücht, dass die UV-Filter Krebs begünstigen. Der Deutsche Krebsinformationsdienst weist allerdings darauf hin, dass dieser Zusammenhang nicht belegt ist. Außerdem, zur Einordnung nicht unwichtig, schreibt der Dienst auf seiner Internetseite: „Selbst wenn Stoffe eine mögliche Hormonwirkung haben, verhindert die intakte Haut weitgehend das ungehemmte Eindringen von Substanzen.“

Wenn Du trotzdem Bedenken hast, solltest Du Produkte vermeiden, die beispielsweise Homosalate, Benzophenone oder Octyldimethyl auf ihrer Inhaltsliste aufführen. Sie können bei weitem nicht nur bei Sonnencreme auftauchen. Auch viele andere Kosmetika wollen mittlerweile mit einem UV-Schutz punkten. 

Generell solltest Du Dir bewusst machen, dass die negative Wirkung nur synthetischen UV-Filtern nachgesagt wird. 

Weniger ist mehr: Peeling höchstens zweimal die Woche

Schließlich gibt es aber auch Produkte, die Deiner Haut schaden können, weil sie zu gut funktionieren. Beispiel dafür sind Peelings – hier musst Du nämlich nicht nur wegen dem Mikroplastik aufpassen. Eigentlich wurden die Produkte dafür entwickelt, Deiner Haut neue Frische zu geben. Im Idealfall ist ein Peeling nicht nur gründliche Reinigung der Poren, sondern befreit Deine Haut auch von abgestorbenen Zellen und regt so die Regeneration an. Wenn Du die Mittel zu oft verwendest, kann dieser Effekt aber schnell kippen. Statt frisch ist Deine Haut dann trocken, gerötet und hat außerdem mit vorzeitiger Alterung zu kämpfen.

Die Zellregeneration Deiner Haut funktioniert nämlich nur in Maßen. Wenn Du zu oft zum Peeling greifst, kommt Dein Körper nicht mehr hinterher. Außerdem können sich die im Peeling enthaltenen Teilchen auch negativ auf Deine Hautbarriere auswirken. Wenn sie durch Bambusgranulat und Co. aufgebrochen wird, verliert Deine Haut einen wichtigen Schutzmechanismus. Es kommt so zu Feuchtigkeitsverlust, Krankheitserreger haben ein leichteres Spiel. 

Deshalb solltest Du Peelings nicht in die tägliche Beauty-Routine aufnehmen. Sie ein- oder zweimal pro Woche zu benutzen, reicht vollkommen aus.   

So einfach gehst Du bestimmten Inhaltsstoffen aus dem Weg

Trotz all dieser Informationen, ist es nicht einfach, den gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffen komplett aus dem Weg zu gehen. Da sie immer mit einer Vielzahl an Namen auf den Inhaltslisten auftauchen können, ist Auswendiglernen und Wiedererkennen so gut wie unmöglich. 

Deswegen kann es helfen, nach bestimmten Aufdrucken Ausschau zu halten. Viele Hersteller bewerben ihre Produkte auf der Verpackung direkt als „parabenfrei“ oder „frei von Aluminiumsalzen“.

Noch effektiver ist es, wenn Du Dich beim Einkaufen von einer App unterstützen lässt. Beispielsweise die kostenlose Anwendung „CodeCheck“ zeigt Dir im Handumdrehen, ob bestimmte – von Dir vorher ausgewählte Stoffe – in einem Produkt enthalten sind. Dafür musst Du mit Deinem Smartphone nur den Strichcode scannen. Zusätzlich zeigt „CodeCheck“ auch, wie sich Dein Shampoo und Co. auf die Umwelt auswirken. 

Kosmetik ohne gefährliche Inhaltsstoffe: Deshalb auf Naturkosmetik umsteigen

In den letzten Jahren liegt Naturkosmetik immer mehr im Trend. Auch wenn sie etwas teurer sein mag, ist diese „alternative“ Kosmetik eine sehr effektive Methode, um gefährlichen (und synthetischen) Stoffen aus dem Weg zu gehen. In Naturkosmetik sind oft nur eine Handvoll Inhaltsstoffe enthalten – im besten Fall mit Namen, unter denen Du Dir etwas vorstellen kannst.