Grützbeutel – Wie gefährlich sind die Beulen?

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Unter Atheromen versteht man prall gefüllte Beulen, die sich unter der Haut bilden, darunter auch Grützbeutel. Dabei handelt es sich um eine gutartige Talg- und Hautzyste. Ein Atherom ist lästig, gefährlich für Deine Gesundheit in der Regel aber nicht. 

Atherome können am ganzen Körper entstehen, in neun von zehn Fällen bilden sich diese Zysten und Knoten jedoch an der Kopfhaut. Die Beulen, die im Regelfall bis zu zwei Zentimeter groß werden, wirken prall gefüllt und sind eher elastisch als hart. Sie verursachen keine Schmerzen und auch Folgeerkrankungen sind nicht zu befürchten. Der Grützbeutel kann daher als rein kosmetisches Problem gesehen und vom Dermatologen bei einem chirurgischen Eingriff mit lokaler Betäubung entfernt werden, wobei meist zugleich durch eine Gewebeuntersuchung ausgeschlossen wird, dass es sich doch um eine bösartige Geschwulst handelt.

Woran erkennt man einen Grützbeutel?

Der Grützbeutel bildet sich nach und nach, ohne Schmerzen zu verursachen. Er liegt unter der Haut, die in zunehmendem Maße gedehnt wird. In den meisten Fällen endet dieses Wachstum automatisch, wenn die Zyste eine Größe von ein bis zwei Zentimetern erreicht hat. In seltenen Fällen kann ein Atherom (Grützbeutel) jedoch auch weit größer werden und bis auf die Größe eines Hühnereis anwachsen. 

Viele Grützbeutel haben die Farbe der sie umgebenden Haut, manchmal ist die Färbung etwas dunkler. Sie haben mittig oft einen grauen oder schwarzen Punkt. Mit dem Anwachsen des Atheroms kann es gerade an der Kopfhaut passieren, dass die Haare in der Umgebung sukzessive nach außen gedrängt werden, womit die bis dahin verdeckte Beule nun plötzlich deutlich sichtbar hervortritt. Für viele Betroffene ist das der Zeitpunkt, um über eine chirurgische Entfernung nachzudenken.  

Zwar bilden sich die meisten Atherome an der Kopfhaut, sie treten aber auch an anderen Körperstellen auf, so unter anderen an den Beinen, im Intimbereich, am Nacken oder auf der Brust. 

Wie entstehen Atherome?

Atherome entstehen an der Haarwurzel, bevor das Haar aus der Haut wächst. Sie gehen darauf zurück, dass sich eine Engstelle in der Talgdrüse verstopft. Fette und Hautzellen können dabei eine entscheidende Rolle spielen. Staut sich der Talg nun auf, bildet sich nach und nach eine Beule, die mit einer zähflüssigen Masse aus Fett und Talg gefüllt ist: ein Grützbeutel.

Warum manche Menschen zu Grützbeuteln neigen, während andere verschont bleiben, ist bislang nicht vollständig geklärt. Natürlich lässt sich das Phänomen einfach mit einer stärkeren Talgproduktion begründen, die ja auch ursächlich für die Bildung von Pickeln und Mitessern ist. Fragt man jedoch danach, wie es wiederum zur verstärkten Talgbildung kommt, bleiben die Antworten der Mediziner meist vage. Der Hautarzt Dr. Bresser, der seine Praxis in München betreibt, geht davon aus, dass sich die Anlage für Atherome bereits in der frühen Kindheit bildet. Er sieht damit auch die Möglichkeiten der Prävention als sehr begrenzt an.

Wie gefährlich sind Grützbeutel?

Wie eingangs erwähnt, sind Grützbeutel ein rein kosmetisches Problem: Sie sehen nicht schön aus, stellen aber keine Gefahr dar, es handelt sich also um gutartige Talgzysten. Allerdings sollte man beim Hautarzt abklären, ob es sich tatsächlich um Atherome, also ungefährliche Ansammlungen von Horn und Talg handelt. Es gibt Formen von aggressiven Wucherungen, die Atheromen in einem Frühstadium sehr ähneln und dringend einer schnellen Behandlung bedürfen.

Auch die eigentlich ungefährlichen Grützbeutel können sich entzünden und damit zum Problem werden. Das geschieht immer dann, wenn Bakterien eindringen und die Wunde zu eitern beginnt. Die Infektion lässt sich meist an Rötungen und einem in seiner Intensität wachsenden Druckschmerz erkennen. Im schlimmsten Fall kann das Atherom platzen, womit sich die Grütze verteilt und weitere Infektionen verursacht. Auch eine Ausbreitung der Entzündung im Körper, also unter der Haut, ist möglich. In den meisten Fällen werden dann Antibiotika verschrieben, um einem Flächenbrand vorzubeugen. Der Gang zum Arzt ist schon bei den ersten Symptomen zwingend erforderlich.

Was kann man gegen Grützbeutel tun?

Zunächst: Vom Versuch, ein Atherom selbst auszudrücken, ist dringend abzuraten. Dabei könnten Bakterien in die offene Wunde gelangen, womit eine Entzündung droht. Durch den ausgeübten Druck mit den Fingern ist es zudem möglich, dass beim Atherom die innere oder äußere Ausbreitung droht, was schnell zu einem medizinischen Problem wird. 

Ob man ein Atherom entfernen lässt, hängt vor allem davon ab, als wie störend man die Zyste empfindet. Für einen Experten, also Dermatologen, ist der Eingriff jedenfalls reine Routine: Der Patient macht einen Termin, erhält eine lokale Betäubung und die lästige Beule wird entfernt. Das ganze Prozedere dauert nur wenige Minuten, auch die Kosten halten sich in Grenzen und bleiben in vielen Fällen zweistellig. Bei dem Eingriff wird der Arzt vor allem darauf achten, dass sich das Atherom nicht im Bereich unter der Haut ausbreitet. Dieses Problem wird oft erst dann erkannt, wenn es zu Schmerzen kommt. 

Hat sich die Zyste bereits infiziert und eitert, ist ihre Entfernung auch aus medizinischer Sicht geboten. Hier besteht anderenfalls die Gefahr, dass sich die Infektion unkontrolliert auf der Hautoberfläche ausbreitet.