Das natürliche Schutzschild: So stärkst Du Deine Hautflora

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Vom Sanften Waschen, über eine gute Pflege bis hin zur Sonnencreme: Mit diesen einfachen Tipps kannst Du eine gesunde Hautflora aufbauen. Und wir verraten gleich: übermäßige Hygiene ist nicht gut für Deine Hautflora!

Unsere Haut verfügt über sehr effektive natürliche Schutzmechanismen. Das Problem ist nur, dass diese oft in ihrer Wirkung eingeschränkt werden, zum Beispiel durch falsche Essgewohnheiten oder Kosmetik, die nicht zum Hauttyp passt. Um eine Schwächung zu umgehen, helfen schon ein paar einfache Tipps. So leicht stärkst Du die residente Hautflora, also das Mikrobiom Deiner Haut.

Das solltest Du über Deine Hautflora wissen

Du kannst Dir das Mikrobiom als eine Art Schutzschild der Hautoberfläche vorstellen. Damit Deine Haut Dich vor Viren, Bakterien und schädlichen Umwelteinflüssen bewahren kann, braucht sie ihrerseits Unterstützung – nämlich das Mikrobiom. Bezeichnet wird damit eine Vielzahl an Mikroorganismen, also Viren, Bakterien und Pilze. In ihrer Gesamtheit wehren sie Keime ab, die nicht in den Körper gelangen sollen.

Mit Talg, Schweiß und Hautfetten „sorgt“ Deine Haut dafür, dass ideale Lebensbedingungen für die Mikroben bestehen. Die genaue Zusammensetzung des Mikrobioms unterscheidet sich dabei je nach Körperstelle – auf der Stirn findet sich etwa ein anderes Mikrobiom als auf Deinem Rücken. Das genaue Mischverhältnis ist etwas Individuelles. Weil die Zusammensetzung von vielen verschiedenen Faktoren abhängt – etwa vom Lebensraum, Lebensstil und Veranlagung – gleicht kein Mikrobiom einem anderen. 

Geschwächtes Hautmikrobiom: Was sind die Folgen?

Das Mikrobiom der Haut hilft nicht nur beim Schutz vor Krankheitserregern. Die kleinen Organismen stärken beispielsweise auch die Hautbarriere – also einen anderen natürlichen Schutzmechanismus Deines größten Organs. Weil die Hautbarriere nicht nur Eindringlinge abwehrt, sondern ebenfalls Feuchtigkeit im Inneren hält, ist sie auch für das Hautbild wichtig. Ohne diese Feuchtigkeit wirkt Deine Haut schnell fahl. Zusätzlich bist Du mit einem unangenehmen Juckreiz und Spannungsgefühl konfrontiert.

Das Hautmikrobiom hat auch Einfluss auf den pH-Wert Deiner Haut. Da er essentiell für den Säureschutzmantel ist, stärkt das Mikrobiom somit auch diesen Schutzmechanismus Deiner Haut. Wenn die Funktion des Mikrobioms eingeschränkt ist, kannst Du von diesen Effekten allerdings nur noch eingeschränkt profitieren. Dass Dein Mikrobiom aus dem Gleichgewicht kommt, heißt auch, dass sich die Zusammensetzung der Bakterien auf der Haut verändert. Der Anteil an „schlechten“ Körperchen wächst – Juckreiz oder auch Rötungen können die Folge sein. Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis oder Ekzeme werden mit einem angegriffenen Mikrobiom in Verbindung gebracht. 

So einfach kannst Du Dir eine starke Hautflora aufbauen

  1. Deine Haut schonend reinigen

Um zu verhindern, dass es soweit kommt, ist eine Anpassung Deiner Reinigungsroutine der erste Schritt. Beim Waschen kann nämlich ein Teil der wichtigen Helfer abgespült werden. Diese Schwächung kann gesunde Haut zwar schnell wieder ausgleichen, mit einer besonders milden Reinigung gehst Du aber auf Nummer Sicher. Shampoo und Co. sollten an den pH-Wert Deiner Haut angepasst sein. Achte beim Einkaufen deswegen auf die Aufschrift „pH-hautneutral“. So ist sichergestellt, dass die Mittel den Säurehaushalt Deiner Haut nicht aus der Balance bringen. 

Zusätzlich sollte die Pflege im Intimbereich besonders sensibel sein – Deine Haut hat hier noch einmal einen anderen pH-Wert als am restlichen Körper. In der Drogerie findest Du deswegen extra Produkte, die zum Beispiel auf besonders viel Milchsäure setzen. Möglichst nur lauwarmes Wasser zu verwenden, kann ebenfalls nicht schaden.  

  1. Händewaschen nicht vergessen!

Die verwendete Seife sollte besonders mild sein, so trocknet Deine Haut nicht aus und das Mikrobiom wird geschont. Ist diese Voraussetzung gegeben, ist regelmäßiges Händewaschen aber auf jeden Fall empfehlenswert. Beim Waschen werden potentiell schädliche Keime abgespült, die Dein Mikrobiom sonst ebenfalls schnell aus dem Gleichgewicht bringen könnten.

Diese Umstellungen im Alltag dankt Dir Deine Hautflora     

  • Gesunde Ernährung für das Mikrobiom

Indirekten Einfluss auf Mikrobiom und Hautbild haben auch Deine Ernährungsgewohnheiten. Über den Verzehr von frischem Obst und Gemüse bekommt Deine Haut wichtige Mineralstoffe, ohne die viele innere Prozesse nicht möglich wären. Und diese Abläufe sorgen auch dafür, dass sich ein gesundes Mikrobiom bilden kann. Außerdem ist ausreichendes Trinken wichtig, nicht zuletzt gegen eine frühzeitige Hautalterung. Damit alles einwandfrei funktioniert, braucht Dein Körper nämlich Flüssigkeit. Versuch, pro Tag 1,5 bis zwei Liter Wasser oder Tee zu Dir zu nehmen. 

  • Den Stress für Deine Haut minimieren

Vorteilhaft für Deine Haut ist auch, Stress zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Ein straffer Zeitplan und fehlende Ruhepausen machen sich schnell auch bei Deinem Hautbild bemerkbar. 

Zum anderen hilft es aber auch, an Angewohnheiten zu arbeiten, die Stress vor allem für Deine Haut bedeuten. In diese Kategorie fallen übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen. Weil die Haut ein sehr sensibles Organ ist, reagiert sie auf die Giftstoffe auch schneller als Dein restlicher Körper.

  • Schutz vor Umweltbelastungen

Viel Stress entsteht für Deine Haut durch verschiedene Umwelteinflüsse. Luftverschmutzung kann sich etwa schwächend auf Deine Hautbarriere auswirken – und so im Endeffekt auch auf Dein Mikrobiom. Auch die Gefahren durch UV-Strahlen sind nicht zu unterschätzen. Selbst wenn sie nicht sofort durch einen Sonnenbrand bemerkbar werden, bedeuten die Strahlen immer Anstrengung für Deine Haut. Deswegen ist Sonnencreme auch schon im Frühling ein Muss.