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Mikrobiom Haut: Billionen von Bakterien, Viren und Pilze als natürlicher Schutzschild

Inhaltsübersicht

Wenn es um einen strahlenden Teint und einen gesunden Körper geht, dann stand in letzter Zeit vor allem ein Organ immer im Vordergrund: unser Darm. Unsere Darmflora ist für unsere allgemeine Gesundheit verantwortlich und hält unseren Körper in der Balance. Seit kurzem dreht sich in der Kosmetikwelt jetzt alles um ein neues Phänomen: das Mikrobiom der Haut.

Dabei handelt es sich um keine neuartige Entdeckung, ganz im Gegenteil: Wissenschaftler erforschen seit Jahrzehnten die genaue Rolle unseres Mikrobioms. Vereinfacht kann man sagen, dass es sich dabei um ein völlig eigenständiges, riesiges Öko-System direkt auf unserer Haut handelt.

Doch woraus besteht das Mikrobiom der Haut, was hat das mit unserem Darm zu tun und welchen Einfluss hat es auf unsere Gesundheit?

Was bezeichnet Mikrobiom im allgemeinen?

In dem Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik heißt es:

„Das Mikrobiom bezeichnet die Gesamtheit aller den Menschen besiedelnden Mikroorganismen, die sich zum Großteil aus Bakterien zusammensetzen. Der Begriff wurde von Joshua Lederberg in Anlehnung an den begriff des Genoms geprägt, da die Mikroflora des Menschen als Teil des menschlichen Stoffwechselsystems maßgeblichen Einfluss auf den Menschen hat. Die Mikrobiomforschung ist, bedingt durch moderne Analysemethoden, in den letzten Jahren als neue Forschungsrichtung entstanden, bei der vor allem erforscht wird, welchen Einfluss das Darmmikrobiom auf die Gesundheit, das Immunsystem und auch die Gehirnfunktionen ausübt. (Stangl, 2021).”

Stangl, W. (2021). Stichwort: ‚Mikrobiom – Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.WWW: https://lexikon.stangl.eu/13513/m

Der Begriff „Mikrobiom” lässt sich demnach nicht nur auf das Öko-System auf der Haut beschränken sondern bildet die Gesamtheit aller Mikroorganismen und Mikroben im menschlichen Organismus.

Und das Mikrobiom der Haut?

Wie bereits kurz angedeutet, handelt es sich bei dem Mikrobiom der Haut um ein ganzheitliches System, das in und auf unserer Haut zu finden ist. Unser Mikrobiom besteht aus unzähligen Mikroorganismen, darunter Bakterien, Viren und Pilze. Klingt eklig? Absolut nicht! Ohne diese lebenswichtigen Bakterien und Pilze wäre unser Körper nicht in der Lage zu überleben, denn sie sind dafür verantwortlich, Erreger von außen zu erkennen und zu eliminieren und gleichzeitig unsere Gesundheit aufrechtzuerhalten. 

Die Darmflora zum Beispiel, besteht aus Millionen kleiner Organismen, um so unseren Körper im Gleichgewicht und uns gesund zu halten. Nichts anderes ist auch bei unserer Hautflora der Fall: die Organismen stärken unsere Hautbarriere, schützen uns vor Einfluss durch Krankheitserreger und halten unsere Haut in einem gesunden Gleichgewicht. 

Zusammen vereint schützen uns beide Mikrobiome vor schädlichen Einflüssen von außen und innen – und erhalten so ein intaktes Immunsystem und unsere Gesundheit.

Was schadet dem Mikrobiom?

Neben äußeren Einflüssen spielt auch unsere Nahrungsaufnahme eine nicht zu verachtende Rolle. Je bunter der Teller desto besser: Vitamine, Antioxidantien, Mineralien und gesunde Fette können die Funktionen des Mikrobioms unterstützen.

Ein geschwächtes und geschädigtes Mikrobiom macht sich ziemlich schnell bemerkbar, alle, die schon einmal Antibiotika eingenommen haben, wissen wovon wir sprechen: man fühlt sich allgemein müde und schlapp, die Haut ist fahl und matt und der Verdauungstrakt (vor allem der Darm) scheint nicht so zu arbeiten wie er sollte. Das liegt daran, dass Antibiotika wie eine Bombe in unser Mikrobiom einschlagen: durch die pharmakologische Zusammensetzung werden nicht nur schlechte Bakterien abgetötet sondern pauschal alles, was sich dem Medikament in die Wege stellt, heißt, auch die guten Bakterien, die uns von innen heraus schützen.

Umso wichtiger ist es, das Mikrobiom in dieser Zeit durch Probiotika zu unterstützen. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die das Wachstum und die Aktivität von verdauungsfördernden Bakterien in unserer Darmflora unterstützen – und genau davon könnte auch unser Hautmikrobiom profitieren!

Welche Hautpflege für ein ausgeglichenes Mikrobiom?

Um das Mikrobiom Deiner Haut nicht in ein Ungleichgewicht zu bringen, solltest Du auf aggressive Produkte allgemein verzichten. Neben Alkohol zählen auch Konservierungsstoffe, Aluminium und Parabene zu Inhaltsstoffen, die Du definitiv vermeiden solltest.

Da die Forschung rund um das Mikrobiom allerdings noch in den Anfängen begriffen ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen, welche genauen Inhaltsstoffe schädlich sind und welche die natürliche Funktionsweise des Mikrobioms unterstützen.

Andere Körperregion – anderes Mikrobiom – andere Körperpflege

Deine Haut ist von Kopf bis Fuß von einem Mikrobiom besiedelt. Aber nicht an jeder Körperstelle ist die Zusammensetzung von Bakterien und Co. gleich. Das ist eigentlich naheliegend, denn auch die Hautbeschaffenheit und der pH-Wert unterscheiden sich.

Dermatologen sprechen meist von trockenen Hautregionen, wie beispielsweise Armen und Beinen. Dem stehen talghaltige oder fettige/ ölige Hautbereiche wie etwa die Stirn oder die Kopfhaut gegenüber. Zu den sogenannten feuchten Hautregionen zählen die Achselhöhlen, der Intimbereich und die Füße.

Es liegt auf der Hand: Um das so wichtige Gleichgewicht des Mikrobioms Deiner Haut zu gewährleisten und zu erhalten, solltest Du Deine Pflegeroutine auf die jeweiligen Hautregionen anpassen.

Krankheiten der Haut als Ausdruck eines geschädigte Mikrobioms

Viele Hautkrankheiten haben mit einem Mikrobiom zu tun, das aus der Balance geraten ist. Dazu gehören beispielsweise Ekzeme, aber auch Schuppenflechte, Neurodermitis oder Rosazea. In allen Fällen ist es bei diesen Hautstörungen dazu gekommen, dass Krankheitserreger den angeschlagenen Schutzschild der Haut durchdringen konnten.

Was Du für die Gesundheit des Mikrobioms Deiner Haut tun kannst

Wie bei den meisten Fragen rund um Deine Gesundheit spielen Deine Lebensweise und Ernährung eine entscheidende Rolle. Ein vollwertiger Speiseplan mit viel Wasser, ausreichend Schlaf, wenig Stress, Alkohol und Süßes nutzen auch einem intakten Mikrobiom.

Hinzu kommt die Auswahl passender Kosmetikprodukte: Sie sollte sanft und pflegend sein. Einen guten Einfluss haben Inhaltsstoffe wie Aloe Vera, Jojobaöl oder Sheabutter. Mit mechanischen Peelings solltest Du sparsam umgehen, Alkohol als Ingredienz möglichst vermeiden. 

Fazit

Im Gegensatz zum menschlichen Mikrobiom im Darm ist das Mikrobiom unserer Haut noch nicht ganz so weit erforscht. Dennoch scheint es laut aktueller Forschung so zu sein, dass unsere Darmflora als auch unsere Hautflora maßgeblich miteinander verbunden sind, ganz nach dem Motto: Happy guts, happy skin!

Habt ihr noch Fragen zu dem Thema? Oder habt ihr Euch eventuell sogar schon ausführlich mit dem Thema speziell für Eure Hautpflege beschäftigt? Wenn ja, was ist Euer Fazit?

Referenzen

Stangl, W. (2021). Stichwort: ‚Mikrobiom – Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.WWW: https://lexikon.stangl.eu/13513/mikrobiom (2021-05-05)”