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Intimpflege – Weniger ist meistens mehr

Inhaltsübersicht

Unser Intimbereich bedarf besonderer Pflege und Hygiene – doch nicht so, wie man im ersten Moment denken mag! Weniger ist definitiv mehr, wenn es um die Intimpflege bei der Frau (und auch beim Mann) geht. Wir gehen in diesem Artikel genauer darauf ein und zeigen einige Regeln und No-Gos auf.

Wenn der Schambereich nicht ausreichend gepflegt wird, drohen Entzündungen und Infektionen. Doch bei der Pflege kann man auch allerhand falsch machen, da diese Körperregion besonders empfindlich auf unsachgemäße Behandlung reagiert. Wir geben wichtige Tipps. 

Was ist im Intimbereich anders als beim Rest der Haut?

Unser empfindlicher Intimbereich wird durch die Vaginalflora geschützt, die bei gesunden Frauen im geschlechtsreifen Alter in erster Linie aus verschiedenen Milchsäurebakterien besteht. Ihr pH-Wert verhindert das Eindringen von Krankheitserregern. Trotz dieser Schutzfunktion muss natürlich auch unser Intimbereich gereinigt werden. Allerdings sollten wir in dieser sensiblen Zone nicht auf die Mittel setzen, mit denen wir ansonsten unseren Körper reinigen. 

So wird der Intimbereich richtig sauber

Die Vaginalflora unseres Intimbereichs liegt laut „mylife.de“ bei einem pH-Wert von 3,8 bis 4,4. Damit ist dieser Bereich deutlich saurer als der restliche Bereich unserer Haut und damit bestens vor Bakterien und dem Scheidenpilz geschützt, denn laut Statistik drei von vier Frauen mindestens einmal erleben. Um diesen Säureschutzschild nicht zu zerstören, ist es wichtig, bei der Reinigung äußerst vorsichtig zu Werke zu gehen. In der Regel ist lauwarmes Wasser völlig ausreichend und es genügt, die Schamspalte, sowie die großen und kleinen Schamlippen zu waschen. Die Vagina wird keinesfalls gewaschen, um das Säuregleichgewicht das uns vor Infektionen schützt, nicht zu zerstören. In der Vagina ist das Scheidensekret für die natürliche Reinigung und die Bekämpfung schädlicher Keime verantwortlich. Ein Eingreifen ist nur dann erforderlich, wenn wir vermehrt unter Scheideninfektionen leiden. In solchen Fällen sollte aber immer die Gynäkologin zur Rate gezogen werden, um nicht zu den falschen Behandlungsmethoden zu greifen. 

Manche Frauen haben die irrige Vermutung, im Intimbereich nicht gut zu riechen. Dieser Verdacht ist bei täglicher Reinigung mit lauwarmem Wasser in der Regel unbegründet. Trotzdem gibt es auch Reinigungsprodukte für diesen Bereich, die gynäkologisch und dermatologisch getestet wurden und nach Rücksprache mit dem Frauenarzt ebenfalls für die tägliche Wäsche verwendet werden können. Normale Reinigungsmittel, die oft einen pH-Wert von mehr als neun aufweisen, sind hingegen tabu.

Waschlappen für den Intimbereich nur einmal verwenden

Ein Fehler, den viele Frauen bei der Intimpflege machen, ist, den Waschlappen mehrfach zu verwenden. Ein Waschlappen ist der ideale Nährboden für Pilze und Bakterien, die wir keineswegs in unserem empfindlichen Scheidenbereich haben wollen. Wir setzen lieber auf Einwegwaschlappen, die es in Drogerien und im Internet für kleines Geld zu kaufen gibt. 50 Einmalwaschlappen sind etwa bei „amazon.de“ für gerade einmal 6,90 Euro zu haben. Wer die Nutzung der Einweg-Produkte aus ökologischen Gründen lieber vermeiden will, kann auch mehrere Stoff-Waschlappen einsetzen, die jeweils nach einer Nutzung mit in der Waschmaschine gewaschen werden. 

Diese Fehler können ebenfalls zu Beeinträchtigungen im Intimbereich führen

Wenn wir den Intimbereich einmal täglich mit lauwarmem Wasser und einem Einweghandschuh reinigen, haben wir schon viel für diese besondere Körperregion getan. Doch es gibt noch ein paar mehr Hürden im Alltag, die wir leicht umgehen können. 

Binden und Slipeinlagen regelmäßig wechseln

Besonders, wenn wir während der Periode Slipeinlagen und Binden verwenden, entsteht ein feuchtes Klima, das Bakterien anzieht. Alle drei, spätestens aber nach sechs Stunden sollten wir unsere Binde daher wechseln. In der Nacht müssen wir natürlich auf unsere acht Stunden Schlaf nicht verzichten. Schließlich gibt es spezielle Binden für die Nacht und am Morgen steht dann die schonende Reinigung des Intimbereichs auf dem Programm. 

Öffentliche Toiletten meiden, um Intimbereich gesund zu erhalten

Öffentliche Toiletten sind leider häufig ein Hort für Bakterien, selbst wenn sie regelmäßig gereinigt werden. Wenn wir die Nutzung nicht vermeiden können, hocken wir uns auf die Toilettenbrille, ohne sie mit der Haut zu berühren. Oder wir desinfizieren dem Bereich mit einem geeigneten Spray. Wenn wir unser Geschäft verrichtet haben, trocknen wir den Intimbereich sanft von vorne nach hinten, damit keine Darmbakterien dorthin gelangen können. Die meisten Menschen waschen sich ja die Hände nach dem Toilettenbesuch. Aber die Reinigung zuvor ist mindestens ebenso wichtig, damit keine Keime in sensible Bereiche gelangen können, wo sie Schaden anrichten könnten. 

So gelingt die Intimrasur perfekt

Für die meisten von uns gehört die regelmäßige Rasur zum Pflegeritual und schließt auch den Intimbereich mit ein. Direkt vor der Rasur sollte der Bereich gründlich gereinigt werden, um Bakterien und damit möglichen Entzündungsherden keine Chance zu geben. In diesem Fall kann äußerlich auch ein mildes Reinigungsprodukt zum Einsatz kommen. Ideal ist eine für den Intimbereich geeignete Waschlotion, die ein wenig schäumt und so den Rasierschaum ersetzt. Weiteres wichtiges Utensil ist ein Rasierer mit richtig scharfen Klingen, damit die empfindliche Haut nicht über Gebühr strapaziert wird. Es gibt spezielle Rasierer für Damen, die für die Rasur besonders geeignet sind. Nach der Rasur wird die Haut erneut gründlich gewaschen. Hier kommt wieder lauwarmes, klares Wasser zum Einsatz, dass den Intimbereich am wenigsten reizt. 

So pflegen wir den Intimbereich nach der Rasur

Wenn die Haut nach der Rasur spannt oder trocken wirkt, kann es ratsam sein, sie mit einer speziellen Creme für diesen Bereich zu pflegen. Dabei sollten wir unserer empfindlichen Scheide allerdings nicht zu nahekommen. Das Stichwort lautet: Vaginalflora.

So funktioniert ein Bikini-Waxing

Wer die Härchen im Intimbereich für längere Zeit nicht sehen möchte und eine schmerzhafte Behandlung nicht scheut, kann sich auch nach einem Schönheitsstudio umsehen, das ein sogenanntes Bikini-Waxing anbietet. Hier werden die Haare mittels eines Wachstreifens ausgerissen, ein Prozedere, das in die Hand einer erfahrenen Expertin gehört. 

Das können wir zusätzlich für Wohlbefinden im Intimbereich tun

Mit einer sachgemäßen Pflege und dem Vermeiden hygienisch bedenklicher Situationen können wir bereits viel tun, um unseren Intimbereich frisch und gesund zu erhalten. Doch es gibt noch ein paar weitere Tricks, die für unser Wohlbefinden sorgen. 

Unterwäsche aus Baumwolle tragen sorgt für trockenen Intimbereich

Zunächst entsorgen wir den Großteil unserer Unterwäsche aus Kunstfasern. Denn diese Dessous, auch wenn sie noch so sexy aussehen, sorgen dafür, dass wir vermehrt schwitzen. Und dadurch entsteht das gefürchtete feuchte und warme Klima, in dem sich Bakterien so wohl fühlen. Besser sind Slips aus Baumwolle, die Feuchtigkeit absorbieren. 

Unterwäsche richtig waschen um Intimbereich nicht zu reizen

Dass wir täglich den Slip wechseln, um Bakterien keine Chance zu lassen, versteht sich von selbst. Dass wir unsere Unterhosen allerdings auch bei mindestens 60 Grad waschen sollten, um Keime zu töten, beherzigen hingegen viele nicht. Auch bei der Wahl des Waschmittels können Fehler gemacht werden. Denn alkalische Bestandteile haften oft an der Wäsche und können die Scheidenflora in Mitleidenschaft ziehen. Ratsam ist es also, zu einem milden Waschmittel zu greifen und lieber die Waschtemperatur etwas höher anzusetzen. 

Enge Hosen sind schlecht für den Intimbereich

Schweißbäder im Intimbereich haben wir übrigens nicht nur, wenn wir synthetische Slips tragen. Auch wenn wir in unsere heißgeliebten hautengen Hosen in Lederoptik schlüpfen, erleben wir diesen Effekt. Um Infektionen im Intimbereich zu vermeiden, sollten wir also ruhig einmal unseren Style überdenken und statt enger Hosen lieber auch mal zu einer Mom-Jeans oder einem luftigen Rock greifen.

Feuchte Badekleidung ist für den Intimbereich Gift

In der Badesaison lieben wir es, ins kühle Wasser zu hüpfen und uns anschließend von der warmen Sonne trocknen zu lassen. Den Slip oder Badeanzug sollten wir nach dem Schwimmen allerdings schnell wechseln, erneut um ein feucht-warmes Klima zu vermeiden. Am Strand und im Freibad haben wir also immer zwei Outfits dabei. Beim Schwimmen bevorzugen wir den praktischen Badeanzug. Und beim anschließenden Sonnenbad räkeln wir uns gerne im knappen Bikini.

Das sind die Ursachen für Entzündungen im Intimbereich

Trotz sorgsamer Pflege können Entzündungen im Intimbereich entstehen. Laut „nivea.de“ können dafür neben einer übertriebenen Intimhygiene auch eine zu zuckerreiche Ernährung oder die Einnahme von Hormonpräparaten und Antibiotika verantwortlich sein. Mit einer Erkrankung im Intimbereich ist nicht zu spaßen. Sobald es hier brennt, juckt oder schmerzt sollte eine Gynäkologin aufgesucht werden, die auf Ursachenforschung geht und geeignete Gegenmaßnahmen empfiehlt, um die Erkrankung zu bekämpfen.

Pflege im Intimbereich – weniger ist mehr

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die richtige Pflege des Intimbereichs im Normalfall völlig unkompliziert ist. Der größte Fehler, den wir begehen könnten, ist es, diese sensible Zone mit zu scharfen Reinigungsmitteln zu behandeln und damit die Vaginalflora in Mitleidenschaft zu ziehen, die uns wirksam vor Erkrankungen schützt. Kardinalfehler Nummer zwei ist es, auf die tägliche Reinigung zu verzichten und damit das Entstehen von Bakterien zu begünstigen. Bei der Reinigung dürfen wir es nur nicht übertreiben. Es reicht in der Regel völlig, den Intimbereich am Morgen mit lauwarmem Wasser zu waschen. Nach dem Sex ist es zudem ratsam, sie mit einem sauberen Tuch trocken zu tupfen. 

Die Vagina selbst bedarf keiner Reinigung, das übernimmt das Scheidensekret auf natürliche Weise. Wenn wir diese schonende Behandlung des Intimbereichs täglich durchführen, bleibt unsere Scheidenflora erhalten und wir müssen trotzdem keine Sorge haben, unangenehm zu riechen. 

Wenn wir uns im Sommer aber doch gerne noch ein wenig frischer im Intimbereich fühlen möchten, greifen wir zu sanften Reinigungslotionen, die speziell für diese Zone entwickelt wurden und von Hautärzten und Gynäkologen empfohlen werden. Ob wir zusätzlich den Intimbereich auch noch rasieren, ist eine individuelle Entscheidung. Für einen gut gepflegten Intimbereich ist eine Rasur nicht zwingend.  

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