Lactic Acid: porentiefe Schönheit mit Milchsäure-Peeling

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Ein Schönheitsbad in Milch nahm bereits die ägyptische Königin Kleopatra. Das sanfte Milchsäure-Peeling war ihr sicherlich noch nicht bekannt. Die schonende kosmetische Anwendung mit der Fruchtsäure Lactic Acid ist für fast jeden Hauttyp geeignet und überzeugt durch einen sichtbar glatten und frischen Teint. 

Säure auf unserer Haut? Im ersten Moment ist dies sicherlich ein wenig angenehmer Gedanke. Doch Milchsäure ist eine körpereigene Substanz und vergleichsweise sanft in ihrer Wirkung. Und wie so oft entscheiden auch hier Anwendung und Dosierung über den gewünschten Erfolg.

Im Dienst der Schönheit: AHA, BHA, PHA

In kosmetischen und medizinischen Hautpflegeprodukten für Gesicht und Körper werden verschiedene Säuren als Bestandteile verwendet. Das gilt zum Beispiel für alle chemischen Peelings, denn hier wirken die Säuren und andere Inhaltsstoffe direkt in und auf der Haut (im Gegensatz zu mechanischen Peelings, wo kleine Schleifpartikel Hautschuppen und Talg der Haut mechanisch von außen abtragen).

Je nach Hauttyp und Anforderung kommen dabei AHA, BHA oder PHA zum Einsatz. Doch was verbirgt sich hinter diesen drei Abkürzungen?

AHA: steht als Abkürzung für Alpha Hydroxy Acid, die sogenannten Alpha-Hydroxysäuren oder Fruchtsäuren. Milchsäure, Mandelsäure und Glykolsäure gehören zu dieser Gruppe und sind natürliche Substanzen, die unter anderem auch in Früchten vorkommen. 

Unter den AHAs ist die Milchsäure als effektiver Feuchtigkeitsspender bekannt, denn sie gehört zu den Natural Moisturizing Factors (NMF). Das bedeutet, sie reguliert den Wasserhaushalt und wirkt sich positiv auf den Feuchtigkeitsgehalt unserer Haut aus. Mandelsäure ist dank ihrer großen Moleküle sehr sanft und sie wird sehr langsam und schonend von der menschlichen Haut aufgenommen. Die Glykolsäure ist inzwischen aus vielen Anti-Aging Produkten nicht mehr wegzudenken. Sie besteht – im Gegensatz zur Mandelsäure – aus sehr kleinen Molekülen, dringt deshalb in tiefere Hautschichten vor und ist entsprechend tiefenwirksam.

BHA: Salicylsäure ist eine Beta-Hydroxysäure (BHA, Beta Hydroxy Acid). Dank ihrer Fettlöslichkeit wirkt sie in tieferen Hautschichten als die AHAs und darüber hinaus auch noch entzündungshemmend. Deshalb findet sie vor allem Verwendung bei vielen medizinischen Hautbehandlungen. 

PHA: Lactobionsäure ist eine prominente Vertreterin aus der Gruppe der Poly-Hydroxysäuren (PHA, Poly Hydroxy Acid). Ihr Einsatzgebiet ist vorrangig der Anti-Aging Bereich, etwa zur Faltenbekämpfung. PHA sind wasserlöslich – dadurch unterstützen sie den Feuchtigkeitsgehalt unserer Hautzellen – und wirkt zugleich antioxidativ.

Milchsäure – Lactic Acid

Als AHA ist die Milchsäure auch als 2-Hydroxypropionsäure bzw. 2-Hydroxypropansäure bekannt. Doch wo kommt diese Säure eigentlich her? Kurz gesagt ist sie eine natürliche, in der Natur vorkommende Substanz, die aber auch künstlich produziert werden kann. Man findet sie in Milch und sauren Milchprodukten, bestimmten Früchten und Gemüse sowie in Wein und Bier. Entdeckt wurde die Milchsäure übrigens erstmals in saurer Milch.

Im menschlichen Körper entsteht die Milchsäure beispielsweise bei der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten und Zucker. Um die 100 Gramm Milchsäure produziert der Mensch auf diese Weise täglich! Sie findet sich dann in Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel oder Schweiß. Auf unserer Haut ist sie außerdem Bestandteil des natürlichen Säureschutzmantels und unterstützt unseren Hydro-Lipid-Film bei seinen wichtigen Schutzfunktionen.

E270 – Links oder rechts?

Wer gerne zu Joghurt und anderen Milchprodukten greift, kennt sicherlich die Unterscheidung von links- und rechtsdrehender Milchsäure. Aber auch unser Körper unterscheidet offensichtlich zwischen diesen beiden Formen: Die rechtsdrehende Milchsäure wird von ihm als natürlich erkannt. Sie wird von unseren Zellen deshalb schneller abgebaut und es kommt zu weniger Hautirritationen.

Übrigens: In der Nahrungsmittelindustrie wird die Milchsäure zur Konservierung oder als Säuerungsmittel eingesetzt. Die aufmerksame Verbraucherin identifiziert sie dort in der Liste mit den Inhaltsstoffen unter der Bezeichnung E270. 

Mildes Peeling mit Milchsäure

In Kosmetik und Medizin ist die Milchsäure eines der wichtigsten Bestandteile, wenn es um die nachhaltige Verbesserung des Hautbildes geht. Besonders beliebt und effizient sind chemische Milchsäure-Peelings, die in verschiedenen Konzentrationen angeboten werden. Prinzipiell bewirkt die Milchsäure eine Stabilisierung des natürlichen Hydro-Lipid-Films, bindet Feuchtigkeit und unterstützt den natürlichen Verhornungsprozess unserer Haut. 

Bei besonders hoher Konzentration von Lactic Acid in chemischen Peelings (in Kombination mit einem sehr sauren pH-Wert) wirkt sie dann auch exfolierend oder schälend. So können abgestorbene Hautschüppchen gelöst und abgetragen werden. Überschüssiger Talg wird dabei ebenfalls mit entfernt.

Insgesamt ist Lactic Acid ein sehr gut verträglicher und vor allem effektiver Wirkstoff im chemischen Peeling. Trotzdem kann es bei sehr sensibler Haut zu Irritationen kommen. Bei diesem Hauttyp empfiehlt sich in jedem Fall eine besonders vorsichtige und achtsame Anwendung. 

Erfolgreich schön

Milchsäure-Peelings wirken in der obersten Schicht unserer Haut, der Epidermis. Damit sind sie milder und schonender als tiefergehende Peelings mit beispielsweise BHAs, die auch in den unteren Hautschichten aktiv sind. Lactic Acid fungiert dabei wie ein Porenöffner, der auf der Hautoberfläche effektiv Verhornungen löst und die Ceramidproduktion (Stichwort Anti Aging!) anregt. Dabei wirkt die Fruchtsäure nur auf bereits geschädigte Hautzellen, nicht auf die gesunden, und regt zusätzlich die Kollagenbildung an. 

Darüber hinaus dringt die Säure auch in die Talgdrüsen der Haut ein und entfernt dort alles an alten, abgestorbenen Hautzellen. So werden potenzielle Grundlagen für neue Entzündungen dauerhaft entfernt und der Gesundungsprozess gefördert und unterstützt.

Gemeinsam mit der insgesamt antimikrobiellen und feuchtigkeitssteigernden Wirkung zeigt sich so bei regelmäßiger Anwendung des Milchsäure Peelings ein sichtbar gesünderes und glatteres Hautbild. 

Das Milchsäure-Peeling verzeichnet aber auch in der Behandlung von Narben, Verhornungen, durch Licht geschädigter Haut sowie bei Falten und Fältchen messbare Erfolge. Und sogar in der Nachsorge kosmetischer beziehungsweise ästhetischer Operationen wird das Milchsäure Peeling inzwischen erfolgreich eingesetzt.

Das Enzym Tyrokinase ist im menschlichen Körper für die Produktion von Melanin zuständig – Melanin ist im Weiteren für die Pigmentierung der Haut verantwortlich. Milchsäure im Peeling hemmt das Enzym und kann damit durchaus eine Aufhellung der Haut bewirken. Allerdings wird die Haut damit auch empfindlicher gegenüber UV-Strahlen und im ungünstigen Fall wird – bei intensiver Sonneneinstrahlung ohne ausreichenden Schutz – die Melanin-Produktion wieder angeregt und die angestrebte Wirkung ins Gegenteil verkehrt. Hier sollte auf ein starkes Milchsäure-Peeling besser verzichtet werden. Produkten mit Vitamin A- oder Vitamin-C-Zusatz ist hier in den meisten Fällen der Vorrang zu geben.

In jedem Fall kann die Anwendung eines Milchsäure-Peelings immer auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden. Egal ob Anwendungsdauer, Anwendungshäufigkeit, Konzentration oder auch die Dicke der aufgetragenen Schichten: Jeder kann ein perfektes, ganz persönliches mildes Peeling für sich gestalten und nutzen. 

Cool Peels

Inzwischen gibt es in Form von Cool-Peel-Produkten bereits eine Weiterentwicklung des klassischen Milchsäure-Peelings. Diese Produkte beinhalten nur noch einen sehr geringen Anteil an Lactic Acid und haben zudem einen sehr niedrigen pH-Wert. Damit sollen sie präziser und gezielter einsetzbar sein als das herkömmliche chemische Milchsäure-Peeling. 

Die Cool-Peels werden in mehreren Schichten (bis zu sechs) aufgetragen und können ungleich länger auf der Haut verbleiben. Erwünschter Effekt ist hierbei eine gleichmäßigere, kompaktere Verhornung der Haut mit gleichzeitiger Zunahme der Dicke. Ein ebenmäßigeres und verfeinertes Hautbild wird dadurch erreicht.

Achtung kosmetische Säuren

Ob natürlich oder nicht: AHAs, BHAs und PHAs sind Säuren, die als Wirkstoffe in unseren Pflegeprodukten enthalten sind. Deshalb empfiehlt es sich, einige grundsätzliche Anwendungstipps zu beachten. Wer erstmals zu Produkten mit Lactic Acid greift, sollte auf Konzentration und Anwendungshäufigkeit achten. Zum Einstieg eignen sich gut die Pflegeprodukte mit einer geringeren Säurekonzentration. Achtet bei den ersten Anwendungen unbedingt auf die erwünschte Wirkung und darauf, ob es möglicherweise zu anfänglichen Irritationen kommt. Dabei sollte auch die Anwendungshäufigkeit angepasst werden. Das heißt, nicht sofort täglich anwenden, besser anfangs erst jeden zweiten oder dritten Tag. Bei guter Verträglichkeit und erwünschtem Erfolg kann natürlich eine langsame Steigerung sowohl der Konzentration als auch der Frequenz der Anwendungen erfolgen.

Die Milchsäure hat wie auch andere AHAs und BHAs eine exfoliante Wirkung. Deshalb eignen sich diese schälend wirkenden Säuren eher für abendliche Anwendungen. Das Milchsäure Peeling sollte also besser vor dem Zubettgehen aufgelegt werden. Die Haut ist zudem insgesamt empfindlicher und ein Sonnenbrand bei starker UV-Strahlung damit wahrscheinlicher. Auch aus diesem Grund empfiehlt sich die abendliche Anwendung. Sollte sich eine UV-Exposition nach dem Peeling nicht vermeiden lassen, ist ein ausreichender Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor noch wichtiger als sonst.

Akne – Pigmentflecken – Hyperkeratosen

Wer unter trockener, unreiner, fleckiger oder unregelmäßig verhornter Haut leidet, kann sich in jedem Fall an ein mildes Milchsäure-Peeling wagen. Bei diesen Hautproblemen können mit Hilfe eines Lactic Acid Peelings durchaus sehr gute, deutlich sichtbare Erfolge erzielt werden.

Unbedingt zu beachten: Akne ist eine Hautkrankheit und nach einer Peeling Behandlung mit Milchsäure kann es zu vorübergehend zu neuen Schüben und einer Verschlimmerung der Symptome kommen. Gegebenenfalls können eine mildere Weiterbehandlung sowie Zusatzstoffe wie Antioxidantien, Peptide oder Vitamin C hier Abhilfe schaffen. Um dabei auf Nummer sicher zu gehen, ist es immer ratsam, den fachlichen Rat des Hausarztes oder eines Dermatologen einholen! 

Auch bei Hyperpigmentierungen und Keratosen sollte besonders vorsichtig gehandelt werden: Achtet daher auf die Konzentration und die Zusatzstoffe des jeweiligen Peelings, steigert die Häufigkeit der Anwendungen gegebenenfalls langsam und zieht im Zweifelsfall immer Ihren Arzt zu Rate.

Besondere Vorsicht ist übrigens auch bei Psoriasis und Herpes angeraten. Betroffene Hautareale sollten nicht beziehungsweise nur sehr vorsichtig mit Lactic Acid behandelt werden.

Ist das auch vegan?

Milchsäure oder Lactic Acid kann auch vegan sein, wenn sie aus Pflanzen hergestellt wurde. Oft ist es jedoch schwer, das zuverlässig in Erfahrung zu bringen. Hier hilft die Beratung in einem Kosmetikstudio, denn Milchsäurepeelings gehören auch gier zum angebotenen Beauty-Repertoire.