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Hitzepickel

Inhaltsübersicht

Hitzepickel im Gesicht entstehen durch den Stau von Schweiß. Sie machen sich durch rote Punkte oder Flecken bemerkbar, die oft unangenehm jucken. So kannst Du Hitzepickel erkennen, vermeiden oder behandeln.

Hitzepickel, oft auch als Hitzefrieseln, Schweißfrieseln, oder schlicht als Hitzeausschlag bezeichnet, sind vor allem eines: äußerst unangenehm. Sie zerstören nicht nur das Bild einer reinen Haut und eines ebenmäßigen Teints, sondern jucken oder brennen auch. In seltenen Fällen, in denen sich in tieferen Hautschichten Knoten bilden, kann es auch zu Schmerzen kommen.

Bei Babys und Kleinkindern treten Hitzepickel häufiger auf, weil sich bei ihnen die Schweißgänge erst vollständig ausbilden müssen. Generell kann der Ausschlag jedoch jeden treffen: Frauen und Männer unabhängig von ihrem Alter. Wer sich bei hohen Temperaturen viel im Freien aufhält, hat ein erhöhtes Risiko, gerade wenn die Waage mal wieder ein paar Kilo zu viel anzeigt und man dadurch leichter ins Schwitzen gerät. Statistisch gesehen leiden Männer häufiger unter Hitzepickeln als Frauen, wohl vor allem, weil sie sich auch beruflich häufiger bei hohen Temperaturen im Freien aufhalten. 

Wie entstehen Hitzepickel?

Bei hohen Temperaturen, aber auch in besonderen Stress- oder Angstsituation, produziert unser Körper Schweiß, um die Hautoberfläche zu kühlen. Das Sekret wird durch Schweißdrüsen gebildet und anschließend über Gänge an die Oberfläche transportiert. Bei einer starken Schweißproduktion und verstopften Gängen kommt es hier zum Stau, womit auch die Gefahr von Entzündungen steigt. 

Die Wahrscheinlichkeit für verschlossene Schweißgänge ist erhöht, wenn der Schweiß nicht ungehindert verdunsten kann. Ein Grund können eng anliegende Kleidungsstücke sein, gerade wenn sie aus einem Material bestehen, dass nicht atmungsaktiv ist. Aber auch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit kann den Prozess der Verdunstung erschweren. Viele Menschen, die in tropische Regionen reisen, haben daher mit Hitzeausschlag zu kämpfen. Ihnen wird gerade in den ersten Tagen geraten, dem Körper Zeit zu geben, sich auf die klimatischen Verhältnisse einzustellen. Anstrengende Wanderungen ohne ausreichend Schatten sollten zum Beispiel nicht gleich nach der Ankunft geplant werden, um Hitzepickeln, aber auch einer Sonnenallergie, vorzubeugen. 

Wo kommt es zur Bildung von Hitzepickeln?

Körperregionen, an denen sich besonders viele Schweißdrüsen befinden sind, naturgemäß besonders häufig von Hitzepickeln betroffen. Dazu zählen die Achselhöhlen, aber auch Rücken – gerade zwischen den Schulterblättern –, Po, Oberschenkel und das Dekolleté. Es können sich aber auch an anderen Körperstellen juckende Frieseln bilden, zum Beispiel im Gesicht und an den Armen. Staut sich Nässe in den Kniekehlen, Armbeugen oder in der Leistenregion, kommt es hier ebenfalls häufig zu dem juckenden Ausschlag, der durch die ständige Reibung bei Bewegung und durch die Kleidung besonders unangenehm sein kann. 

Wie machen sich Hitzepickel bemerkbar?

Hitzepickel bilden sich in den meisten Fällen in Form kleiner Bläschen an der Oberfläche der Haut. Sie haben die Größe von Stecknadelköpfen beziehungsweise eines Hirsekorns und sind oft mit einer hellen, klaren bis milchigen Flüssigkeit gefüllt. Laut „ratgeber-hautgesundheit.de“ wird in der Medizin, hier laufen Hitzepickel unter dem Fachbegriff Miliaria (abgeleitet vom lateinischen Wort Milium für Hirse), zwischen vier Stufen des Hitzeausschlags unterschieden:

Stufe 1: Die Bläschen sind oberflächlich und enthalten eine glasklare Flüssigkeit, die weitgehend frei von Bakterien ist. Der Juckreiz ist gering, in vielen Fällen bleibt er auch ganz aus. 

Stufe 2: Die Verengungen oder Verstopfungen liegen in tieferen Hautschichten. Die sichtbaren Hitzepickel sind stark gerötet und jucken. Bakterien sind an diesem Prozess beteiligt. 

Stufe 3: Aufgrund des stärkeren Befalls mit Bakterien entzünden sich die Bläschen und entwickeln sich zu eitrigen, stark juckenden Pusteln. 

Stufe 4: Die Verstopfung der Gänge reicht bis tief in die unteren Hautschichten, wo sich feste Knoten bilden. Diese Einschlüsse können auch Schmerzen verursachen.

Was unterscheidet Hitzepickel von einer Sonnenallergie?

Tatsächlich ist es nicht leicht, den Hitzeausschlag von den Symptomen einer Sonnenallergie zu unterscheiden, auch wenn die Ursachen völlig andere sind. Bei den Hitzepickeln geht es immer um einen gehemmten Schweißfluss, bei der Sonnenallergie um ein Übermaß an UV-Strahlung. Die Allergie kann sich also auch dann bilden, wenn wir nicht schwitzen. Im Gegensatz dazu braucht es für die Hitzepickel keine Sonne und streng genommen auch keine Hitze. Steht uns der Angstschweiß auf der Stirn, können sich die Frieseln bei verstopften Poren ebenfalls bilden. Das ist jedoch der seltenere Fall, schon weil der Schweiß hier weit ungehinderter verdunsten kann.

In der Praxis geben schon die betroffenen Körperregionen ein starkes Indiz, ob es sich um eine Allergie oder einen Hitzeausschlag handelt: Die Sonnenallergie tritt fast immer an unbedeckten Hautstellen auf, die direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Zum Hitzestau mit Hautausschlag kommt es dagegen eher unter der Kleidung, wo der Schweiß schlechter entweichen kann. 

Um sich vor einer Sonnenallergie zu schützen, sollte ein starker UV-Schutz aufgetragen werden. Geeignet sind Sonnencremes mit einem Lichtschutzfaktor von 30 oder mehr. 

Was kann man gegen Hitzeausschlag tun?

Wenn die Hitzepusteln nach kurzer Zeit wieder verschwinden, was gerade bei den ersten beiden Stufen der Fall sein sollte, bedarf es keiner ärztlichen Behandlung. Klingen die Beschwerden jedoch mehrere Tage nicht ab, sollte der Hausarzt oder ein Hautarzt beziehungsweise Kinderarzt aufgesucht werden, der gegebenenfalls Salben und Medikamente verschreibt. Die Krankenkasse AOK verweist in ihrem Online-Auftritt auf Kortison-haltige Salben und Antihistaminika zur Linderung des Juckreizes. Auch eine Zinkoxid-Schüttelmixtur, die auf die Haut aufgetragen wird, könne helfen. Bei schweren Entzündungen komme bei Erwachsenen auch die Gabe von Antibiotika in Betracht. 

Du selbst solltest bei den ersten Anzeichen eines Hitzeausschlags für eine bessere Durchlüftung sorgen, damit der Schweiß besser verdunsten kann und sich der Stau in den Gängen auflöst. Außerdem ist es ratsam, die Sonne zu meiden und sich nach Möglichkeit in kühle Räumlichkeiten zu begeben. Erholsam ist auch eine lauwarme Dusche oder die Behandlung der besonders betroffenen Stellen mit einem kühlen, feuchten Waschlappen. Bitte tupfen, nicht reiben! Ist die Kühlung durch Wasser erfolgt, sollte die angestrengte Haut allerdings trocken gehalten werden.

Bei Babys tritt der Ausschlag häufig im Windelbereich auf. Hier hilft es, möglichst häufig auf Windeln zu verzichten. Geht das nicht, sollten die Windeln möglichst dünn sein und besonders häufig gewechselt werden. 

No-Gos bei Hitzepickeln

Die Versuchung ist groß, aber Kratzen kann die Probleme deutlich verstärken, ohne dass der Juckreiz nachlässt. Platzen die Bläschen auf, sind sie für Erreger leicht zugänglich, gefährliche Entzündungen drohen. Die Experten vom „Ratgeber Hautgesundheit“ raten dazu, die betroffenen Hautpartien wie beschrieben zu kühlen. Auch ein leichtes Klopfen auf die Haut soll den Juckreiz mindern.     

Kann man Hitzepickel vorbeugen?

Der beste Schutz vor Hitzepickeln besteht darin, starkes Schwitzen zu vermeiden. Dazu sind verschiedene Alltags-Maßnahmen geeignet. Es beginnt mit der passenden Kleidung, wobei gerade im Winter dem „Zwiebelprinzip“ gefolgt werden sollte. Mehrere Kleidungsschichten eröffnen hier die Möglichkeit, sich der jeweiligen Umgebungstemperatur schnell anzupassen. Beim Betreten warmer Innenräume legt man die Strickjacke, den Pullover und die Weste zum Beispiel ab, weil eine Bluse genügt. Geht es wieder hinaus in die Kälte, werden die Kleidungsstücke einfach wieder angezogen.

An heißen Tagen sorgt luftige Kleidung, möglichst aus Baumwolle, Leinen oder einem atmungsaktiven Hightech-Material für den optimalen Abtransport von Schweiß. In der Mittagshitze sollte man möglichst nicht ins Freie gehen, direkte Sonneneinstrahlung und anstrengende Tätigkeiten im Freien gilt es ohnehin zu vermeiden. Im Schatten schwitzt man deutlich weniger. Auch in der Nacht sind dicke Decken bei hohen Raumtemperaturen schweißtreibend. Das Schlafzimmer darf mit 16 bis 18 Grad ruhig etwas kühler sein als der Rest der Wohnung. 

Wer zu starkem Schwitzen neigt, sollte auch auf seine Ernährung achten. Scharfe Chili-Gerichte sind dann ganz bestimmt nicht die erste Wahl, Kräuter wie Salbei können den Schweißfluss dagegen hemmen. Ein Verzicht auf Alkohol und allzu üppige Mahlzeiten kann ebenfalls helfen, dass das Schwitzen unter Kontrolle bleibt.

Schließlich ist auch der Einsatz eines Antitranspirants geeignet, um dem Schwitzen entgegenzuwirken. In jeder Drogerie finden sich dazu Roller, Sprays und Tücher.

Wie läuft die Erkrankung ab?

Hitzepickel sind harmlos, solange sich daraus keine schweren Entzündungen ergeben. Oft bilden sich zunächst kleine rote Flecken, aus denen später die mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen entstehen. Liegen die Bläschen dicht beieinander, was häufig der Fall ist, können sich daraus größere, nässende Flecken bilden. Das geht mit einem verstärkten Juckreiz einher. 

Im Regelfall sollten die Symptome aber schon nach einigen Stunden, spätestens jedoch nach zwei bis drei Tagen wieder abgeklungen sein. Voraussetzung dafür ist, dass die Haut nach dem Auftreten der ersten Symptome konsequent geschont wird. Ein Problem, dass ärztlicher Behandlung bedarf, kann entstehen wenn Bakterien oder Pilze die Wundareale befallen. Aber auch in diesen Fällen sollte eine Behandlung schnelle Erfolge bringen, sodass Langzeitfolgen vermieden werden können.

Können Hausmittel gegen Hitzepickel helfen?

Der übereinstimmende Ratschlag von Laien und Experten heißt kühlen. „Utopia.de“ berichtet aber auch über einige überlieferte Methoden, die für Linderung sorgen sollen. Dazu zählt zum Beispiel das Auftragen von Maismehl auf die betroffenen Hautpartien. Das Mehl saugt den Schweiß und andere Flüssigkeiten auf. Es sollte aus biologischem Anbau stammen, um Verunreinigungen durch Pestizide auszuschließen und kann nach einer Viertelstunde einfach wieder abgespült werden. Danach sollte man die Haut wieder gründlich trockentupfen. 

Der Webseite zufolge kann auch Apfelessig helfen, drohenden Entzündungen entgegenzuwirken. Der Essig sollte vor dem Auftupfen, was morgens und abends geschehen kann, allerdings stark verdünnt werden. Als Empfehlung wird ein Mischverhältnis von drei Esslöffeln Apfelessig auf einen Liter Wasser angegeben. Es ist ratsam, mit der Prozedur nicht gerade im Gesicht zu beginnen, sondern die Hautverträglichkeit zunächst an einer weniger empfindlichen und sichtbaren Stelle zu testen.

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